RAWSIDE, ANTI-CONTROL, FUZZBEER / 09.05.05 - Hamburg/Marx

«ES HERRSCHT KRIEG!» brüllen uns RAWSIDE auf ihrem neusten Longplayer in die glühenden Lauscher und da sie diese und andere Botschaften auch live verbreiten wollen, geht es dieser Tage auf gleichnamige Tour. Mit dabei ANTI-CONTROL – jaaa! In Hamburg angekommen treffen wir als erstes auf einen etwas angeschlagen wirkenden Zünder/Gernot. Nu, der Junge steht ja auch jeden Abend mit ZWEI Bands auf der Bühne, spielt er schließlich Bass bei ANTI-CONTROL UND RAWSIDE. Auch die mobile T-Shirt-Schmeißfliege MC Hackmann sieht nicht ganz so frisch aus und hält sich mit seiner letzten Kraft an einer Pulle Bier fest. Ein Blick auf den Merchstand zeigt, warum: Die RAWSIDE-Jungs ham extra für die Tour eine komplette neue Shirt-Kollektion am Start mit diversen geilen neuen Motiven. Außerdem hat man Teile dabei, die auf den ersten Blick wie zu groß geratene Buttons aussehen, die sich aber als Flaschenöffner entpuppen. Sind halt findige Jungs, was man auch an der Vinyl-Version von „Outlaw“ sieht, der eine Sprühschablone mit RAWSIDE-Logo beiliegt. Geniale Idee!

Den Abend eröffnen FUZZBEER mit Rock’n’Roll beeinflusstem Punk. Der Sound ist klasse, die Band gibt angenehmerweise ordentlich Gas. Leider behandeln die Besucher/Innen FUZZBEER und später auch ANTI-CONTROL wirklich als „Vorbands“ und lungern zum größten Teil im Foyer rum. Selbst Schuld, denn FUZZBEER machen Laune. Sie erfinden dat Rad zwar nicht neu, kommen aber sympathisch und spielfreudig rüber. Wenn nach leidigen Vergleichen gefragt werden sollte, dann würde ich galant Namen wie ZEKE oder NEW BOMB TURKS in die Runde werfen.

Mann, und ANTI-CONTROL begeistern mich mal wieder völlig. Wie können die Leute im Marx da bloß still stehen? Das muss doch schon weh tun, sich mit größter Willensanstrengung NICHT zu bewegen und jegliche Regung zu unterdrücken! Denn ANTI-CONTROL verteilen musikalische Stromstöße, denen sich Hardcore’ler, in deren Adern ein BISSCHEN rotes Blut fließt, nicht entziehen dürften. Na gut, die Hamburger hatten vier Tage lang Hafengeburtstag und sind alle etwas platt. ANTI-CONTROL beweisen jedenfalls, dass sie ihre Bühnenpower nicht nach den Reaktionen des Publikums abmessen, sondern in jedem Fall ALLES geben (GUT!): Eric steckt sich das Mikro ins Maul und geht singenderweise auf den Händen. „Reason Why I Don’t Like Homework“, „Freedom Is Bleeding“ oder das vom genialen Kieler Sampler „We Don’t Need Your Control“ stammende „Take Action In A Matter“ kommen wie immer energetisch, zeitlos und lebendig.

Tourtagebuchschreiber und Schlangenbeschwörer Schimmel zeigt uns gerade auffer Digi-Cam die schönsten Absturz-Pics der bisherigen Tour, als auch schon das RAWSIDE-Intro ertönt. Der Mob ist jetzt komplett im Marx und es ist für einen Montag und nach dem Hafengeburtstag ganz gut gefüllt. Vom ersten Ton an setzen RAWSIDE die Brechstange an – ich habe sie so oft gesehen und doch klappt mir der Unterkiefer runter, was hier für eine Brachialgewalt transportiert wird. Klar mitverantwortlich ist der Drummer Simon, der ein Hitter vor dem Herren ist und jeden Schlag mit Präzision und Kraft ausführt. Und dann gibt es einen neuen Gitarristen, der offenbar nicht umsonst ein CROWBAR-Shirt trägt... Klar, dass schon der Opener „Es herrscht Krieg“ für ein amtliches Pogo-Gemetzel sorgt. Henne brüllt mit finsterem Blick und stachelt die Meute pausenlos an. Es ist personell nicht mehr die Band, die ich als RAWSIDE ursprünglich kennen gelernt habe, aber die Energie, welche RAWSIDE ausmacht, ist zweifelsohne vorhanden. Die am meisten abgefeierten Songs des Konzis muss ich hier nicht herbeten, erfreulich ist aber, dass sich einige der neuen Songs wie „Fuck You All“ oder „Outlaw“ schon etabliert haben und zu den Faves im Pit zählen. Und so sieht man nach dem Gig überall verschwitzte und begeisterte Gesichter.

So ganz direkt nach der Show wollen wir natürlich nicht nach Hause und lassen uns gerne in kleiner & gemütlicher Runde noch ein paar Tour-Geschichten erzählen, die man sicher bald nachlesen kann auf:
http://www.rawside.com/
http://www.anti-control.de/
http://fuzzbeer.de/
- Beitrag von: Philipp

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