SUFFOCATION OF SOUL, DIVIDE / 01.07.2018 – Schleswig, Black Out Beauty

Völlig spontan entscheiden wir uns für diesen Konzertbesuch. Was könnte an einem Sonntagabend in Schleswig gehen? Gar nicht mal so wenig, stellen wir noch vor den Toren des BLACK OUT BEAUTY fest! Die Nasen von REZET waren schon mal mit SUFFOCATION OF SOUL auf Tour, haben das heutige Ding mitorganisiert und sind natürlich alle vor Ort, dazu tummeln sich Meltdown-Crewmitglieder und andere Hackfressen in der lauen Abendsonne. Death Metal aus Kiel und eine brasilianische Thrashcombo kann man sich schon mal geben, zumal der Eintritt schlanke 5,- Euro beträgt.


Mit DIVIDE ist es völlig verrückt: Obwohl diese Band aus Kiel kommt und seit 2009 (!) existiert, habe ich sie bisher erst einmal gesehen, das war 2014 auf dem X-MELT. Seitdem hat sich aber einiges bei DIVIDE getan, denn aus fünf wurden zwei Mitglieder. Wie INCARCERATION oder MANTAR sind DIVIDE nun also ein Death Metal-Duo. Tatsächlich funktioniert die Chose auch so richtig gut. Fieser 90er Death Metal, der grob gesagt wie etwas straightere MORBID ANGEL klingt. Klar wäre es mit Bass noch geiler, aber im Death Metal Genre kann man das sicherlich eher bringen als in ‘ner Classic Rock Band. Der Sound im Black Out Beauty gefällt mir heute zum ersten Mal ganz gut, nach längerem Hin- und Herdoktorn habe man mittlerweile herausgefunden, wie aus der Anlage das Maximale herauszuholen sei, erzählt mir Attt. Die Gesangsanlage ist allerdings immer noch ein Schwachpunkt. Erinnert mich irgendwie an meine allererste Gesangsanlage. Da konnteste eigentlich machen was du wolltest, reinbrüllen, growlen oder trällern wie ‘ne Lerche, heraus kam immer dasselbe Kratzgeräusch. Ab und zu hört man Schreigräte und Gitarrist Daniel aber besser heraus, dann klingt es fast wie auf der aktuellen EP „Fornicate Within Fire“ und man kann sich vorstellen, wie die beiden dieses Jahr diverse brasilianische Clubs aufgemischt haben. Als Bonus gibt es noch einen Gastbeitrag von Marvin (OBSKURA), der kompetent ins Mikro kotzt.


Auch SUFFOCATION OF SOUL hatten wohl mal mehr Mitglieder, haben aber „nur“ einen Gitarristen weniger als früher in der Band. Und der Kerl, der jetzt also für zwei spielt, hat es echt mal drauf! Die Finger wieseln nur so übers Griffbrett, dass sie zum Teil vor meinen Augen verschwimmen. Ohne zu technisch zu werden, thrashen SUFFOCATION OF SOUL auf hohem Niveau und klingen dabei recht eigenständig. Man kann sie nicht mit einer einzigen Band vergleichen, eher könnte ich in verschiedenen Bereichen Assoziationen nennen, z.B. peitschen die Songs meist im DARK-ANGEL-Tempo nach vorne, das Riffing erinnert mich in seiner flüssig gespielten Art an FORBIDDEN, während es der Gesang in seiner Giftigkeit mit RAZORs Sheepdog McLaren aufnehmen kann. Und die Jungs haben richtig Bock, treten permanent aufs Gaspedal und bangen wie bekloppt. Leider gibt die Gitarre mittendrin komplett den Geist auf, so ein Ärger. Tatsächlich ist im Inneren der Gitarre ein Kabel gebrochen, was nicht so ohne Weiteres vor Ort zu beheben ist. Und DIVIDE-Daniel ist mit seiner Klampfe bereits nach Kiel gejettet! Doch zum Glück ist Schleswig klein und es sind diverse Musiker da. So rasen gleich mehrere Leute in die Nachbarschaft, Daniel Wamsler von STEEL CRUSHER kommt als erster wieder ins BOB-Loch gestolpert, dicht gefolgt von einer weiteren Gitarrenleihgabe (mir fällt gerade nicht ein, von wem). So geht es gleich weiter und die Stimmung ist ungebremst, vielleicht gar noch besser. Als auch noch ein Mikro ausfällt, kann das keine*n mehr kratzen, zumal Attt fix Ersatz am Start hat. Das Trio schrubbt sich somit mit eruptivem Thashgeböller ins Finale und macht das Abernten der beiden Scheiben „The First Attack“ und „Macabre Sentence“ zur Pflicht. Tipp!


Fazit: Besser kann man den Sonntagabend nicht verbringen. THRRRRRRRRRRRRRRASH!
Eingereicht von Philipp

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