CATTLEBAT – „Shooting Rainbows“ (LP, Stereotyp Niels 2021)

3 Dislike1

Cattlebat

 

Wenn du in deiner Band einen Lemmi an Bass und Gesang hast, sollte der Kerl besser gewisse Qualitäten mitbringen.

 

Zum ersten Mal begegneten mir CATTLEBAT 2017 hier auf DreMu in einer Demo-Rezension von Dirk Sackers. Dieser pries das Ding als „alles andere als öde“ an. 2019 konnte ich die Flensburger*innen dann auffem MOORLOCH Festival sehen und konnte ollen Sackers nur Recht geben, denn sie überzeugten mit schweren Riffs und dreckigem Gesang.

Nun tut die Band das einzig Richtige und haut mit „Shooting Rainbows“ ihren ersten Longplayer auf Vinyl raus. Die eingangs erwähnten Qualitäten sind tatsächlich vorhanden – und zwar im Übermaß! Was für eine Röhre, ohne Kilmister-Vergleich wird wohl keine „Shooting Rainbows“-Kritik auskommen! Wobei hier kein stumpfer Abklatsch serviert wird, nur erinnert dieses Röhrige und dabei gleichzeitig Melodische automatisch an MOTÖRHEAD. CATTLEBAT gehen insgesamt in die Stoner-Richtung mit lässiger Rock’n’Roll-Kante (CLUTCH kommen mir beim Hören mehrfach als Vergleich in den Sinn). Angenehmerweise fallen die zehn Songs abwechslungsreich aus und wirken trotzdem wie aus einem Guss. Gitarristin Lucie steuert immer wieder fiese Schreie bei (u.a. im leicht psychedelischen „The Screen“), „End Of The Mirror“ transportiert eine gewisse Melancholie. „Shituation“, „Wounded“ oder „Unchain And Masturbate“ (huch!) stampfen und donnern herrlich nach vorne. Bei „Last Frontier“ kommen bluesig-sludgige Vibes zum Tragen, das Ding dürfte den Mob live ordentlich in Wallung bringen. Ab und zu geht es ruhiger zu, klarer Gesang trifft auf chillige Gitarren, bevor die Band sich wieder mit schweren Beats und krachenden Gitarren ins Nirwana schraubt („Feeling Zero“). Insgesamt haben CATTLEBAT es raus, dem Stonerding einen eigenen Dreh zu geben und im Songwriting dynamisch vorzugehen.

„Shooting Rainbows“ ist ansprechend produziert (differenziertes Klangbild), kommt auf 180 g Vinyl und kann für 15,- Euro u.a. über Bandcamp abgeerntet werden:

https://cattlebat.bandcamp.com/album/shooting-rainbows

 

Bewertung: 5 / 5

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