"AEBA ist unsere gemeinsame Antwort auf eine Gesellschaft, die ihre moralischen Grundwerte aufs tausendfache paradoxiert und deren Dasein aus Lug und Betrug besteht." - INTERVIEW MIT ISEGRIM VON AEBA
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- Kategorie: Interviews
- Veröffentlicht: Montag, 24. März 2025 20:15
- Geschrieben von Philipp Wolter
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Ihr habt sicher bemerkt, dass beim letzten Upgrade einige Fotos auf der Strecke geblieben sind. Zufällig habe ich kürzlich entdeckt, dass sich auch einige wenige Artikel nicht mehr in der Dremu-Datenbank befinden. Das geht natürlich gar nicht! Zum Glück habe ich zumindest die von mir verfassten Dokumente auf externen Festplatten gespeichert und so kann restauriert werden. Hier der sechste Teil in der Serie "verlorene Berichte"/Interviews oder auch „Lost And Found“ (sagt gern Bescheid, wenn ihr weitere "Lücken" entdeckt), ein über 20 Jahre altes Interview mit Isegrim von AEBA:
Zusammen mit dem US-BOMBS-Artikel hat das Konzert-Rezi von AEBA/DRAUTRAN bis jetzt die meisten Kommentare kassiert. Wenn sich die Gemüter immer noch derart erhitzen können, scheint Black Metal demnach keinesfalls tot zu sein (wie jemand hier postete). Aber es scheinen völlig unterschiedliche Meinungen darüber zu existieren, was Black Metal eigentlich ist oder ob dieser Stil per se etwas Faschistoides an sich hat. Nu, letztere Meinung halte ich persönlich für völlig falsch und daher fällte ich die Entscheidung, dieses Interview mit AEBA zu führen, zumal die Band mit der Zeit musikalisch immer besser geworden ist und mit „Rebellion“ letztes Jahr ein sehr abwechslungsreiches und geiles Album abgeliefert hat. E-Mails flitzen zwischen mir und der Band hin und her, die Antworten sind von einer selten anzutreffenden Offenheit und Direktheit. Lest, was Sänger/Gitarrist Isegrim über Faschos, Satanismus, Religion, Black Metal, den AEBA-Gig in Tel Aviv, die Entwicklung der Band und Einiges mehr zu sagen hat.
Philipp: Ihr habt ja sicherlich mitbekommen, dass um ein Konzertreview von `nem AEBA-Gig eine ordentliche Diskussion über Black Metal auf unserer Seite losgetreten worden ist. Der anonyme Kommentator wirft Black Metal u.A. vor: "Hier werden Menschen auf Grund ihrer religiösen Einstellung verurteilt, es wird zum Mord an ihnen aufgerufen und vergewaltigen, foltern und so weiter kann man sie auch" und fragt "Was unterscheidet solche Black Metal Bands im Grunde denn von rechten Kapellen? Worin unterscheiden sich Aussagen wie "Tötet die Christen!" von solchen wie "Tötet die Juden!"???" Deine/Eure Meinung dazu?
Isegrim: Ich hab die ganze Diskussion nur am Rande mitbekommen. Der Typ, der da mächtig aufgeschlagen hat, hatte es wohl eher auf dich abgesehen, als wirklich nur auf den Black Metal. Wie auch immer, das Ganze ist dann elend lang ausgeartet und ich hatte nach kurzer Zeit das Interesse verloren es weiter zu verfolgen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ein Black Metal Konzert hier in Kiel soviel Aufmerksamkeit erregt. Was den Black Metal betrifft, möchte ich hier gleich am Anfang etwas klarstellen: Wie reden hier nicht von einer Musikart, die die heile Welt, das wunderbare Leben oder die Harmonie miteinander vorgaukelt. Der Black Metal ist keine Blümchenmusik... Im Black Metal verschmelzen Extreme, Okkultismus, Satanismus aber auch Individualität. Er ist unter dem Einfluss des Negativen, der dunklen Seite aller Existenz heraus entstanden in Verbindung mit einer extremen Form der Musik im Heavy Metal Bereich. Die Kritik und das Geschrei ist natürlich vorhanden. Menschenverachtend, gewalttätig usw. Aber heutzutage findet man in jeder Szene diesen Vorwurf. Als Beispiel wären unter anderem die Rap-Szene, die Hip Hop-Szene, die Punkszene und diverse andere zu nennen. Ich behaupte mal, du findest überall fragwürdige Songthemen und Texte, welche nicht gerade nur freundliches und "Love and Peace" von sich geben. Der einzige Unterschied wäre vielleicht nur, dass die Black Metal-Szene klar und deutlich sagt, was sie denkt und fühlt und sich nicht hinter einem heuchlerischen Schleier verbirgt. Natürlich gibt es hier wie überall in den verschiedensten Szenen Kleingeister, die die Grenze zur gnadenlosen Dummheit bzw. unglaubwürdigen Übertreibung weit überschreiten, aber ich denke es ist nicht gerechtfertigt, eine Szene im vorhinein zu verurteilen, ohne sich mit dieser wirklich auseinandergesetzt zu haben. Der Black Metal ist aus einer Antipathie zu religiösem Fanatismus heraus geboren, dass dies unweigerlich die Hauptthematik der lyrischen Ergüsse in dieser Musiksparte ist, dürfte doch wohl die logische Schlussfolgerung daraus sein. Wir selbst haben niemals in einem unserer Texte zum Mord, zur Vergewaltigung, Brandstiftung oder Folterung aufgefordert. Dazu ist meine Lyric viel zu tiefsinnig und bedeutend für mich selbst. Es gibt wie gesagt überall und in fast jeder Musiksparte irgendwelche Kranken die ihre perversen Gedanken durch ihre Texte unters Volk bringen, aber diese selbsternannten Moralapostel, die in alles und jedem der Black Metal-Szene einen potentiellen Mord erkennen, sollten sich vielleicht einmal fragen, warum sie sich mit dieser Musik und ihrer Szene überhaupt auseinandersetzen. Unterstellungen und Fiktion ersetzen nicht die Toleranz, nach welcher gebrüllt wird, erst recht nicht wenn man diese selber nicht besitzt.
Was unterscheidet Black Metal Bands von rechten Kapellen? Was unterscheidet Pop Bands von rechter Musik? Was unterscheidet Hardcore- oder Punk Bands von rechter Musik? Die Gesinnung? Heißt das, wenn man sich nicht links bekennt, dass man automatisch rechtsradikal angesiedelt wird? Der Black Metal ist von einer rechtsradikalen Tendenz unterwandert, wie viele andere Szenen auch, aber das heißt nicht, dass diese seinen Kern bildet. Die meisten Musiker dieser Szene wehren sich bis aufs Mark gegen diesen braunen, eingeschlichenen Virus, die Szene wehrt sich auch gegen eine politische Kategorisierung. Black Metal hat nichts mit Politik zu tun! Dieser Vergleich mit rechtsradikaler Musik kotzt mich dermaßen an.
Was unterscheidet Aussagen wie "tötet die Christen" von solchen wie "tötet die Juden"? Welchen Unterschied gibt es wenn es heißt "tötet die Bullen", "tötet die Schwulen" oder "tötet die Politiker"? Heutzutage hat jeder sein Feindbild, welches er auslöschen will. Ich selbst habe noch keine Black Metal Band gehört oder gesehen, welche die Juden töten will. Aussagen wie "tötet die Christen" sind nichts weiter als im übertragendem Sinne sich von dieser heuchlerischen Brut freizumachen. Das Christentum, die Moslems, die Buddhisten und all die anderen religiösen Gruppierungen lächeln sich von vorne heuchlerisch an und stecken sich von hinten selbst das Messer in den Rücken. Wir brauchen da nicht viel mehr zu machen als uns von ihnen durch unsere Art zu distanzieren. Die übermächtigen Götzen, welche sie auch im 21. Jahrhundert noch anflehen und anbeten, zeigen ihre Erbärmlichkeit, ihre Unfähigkeit das Leben als solches zu erkennen und zu leben. Glaub mir, einige Black Metaller haben durchaus mehr Toleranz zu bieten als diejenigen, von denen sie ständig verurteilt und attackiert werden. Ich selbst verurteile niemanden aufgrund seines Glauben. Ich und auch AEBA verleugnen nur die Existenz einer göttlichen Übermacht und das Leben in Unterwerfung und ständiger Angst vor der Sünde. Die Religion ist des Mensches Schinder, sie ist es, welche die Menschen hassen und töten lässt. Mir ist es egal, wenn die Menschen sich dadurch leiten lassen, aber ich und alle anderen Mitglieder von AEBA haben einen Mund, haben eine eigene Meinung und wir haben auch das Recht wie alle anderen zu sagen was wir denken. Der Black Metal und unsere Art sind der Weg dies zu tun. Wir sind aber keine Mörder, Brandstifter oder Nazis. Wem die Extremität des Black Metals nicht passt, sollte die Finger davon lassen und sich nicht als Sittenwächter dieser Welt betrachten, denn jeder Mensch hat ein eigenes Recht zu tun und zu lassen was er will.
Philipp: "Wir sind aber keine Mörder, Brandstifter oder Nazis" - Nun habt ihr auf Eurer zweiten Platte "Flammenmanifest" die brennende Kirche. Welche Aussage wolltet ihr damit erzielen? Wie würdest du reagieren, wenn jemand euch einen Brief schickt und sagt "He, ihr habt mich inspiriert - ich habe gestern unsere hiesige Dorfkirche abgefackelt"?
Isegrim: Zu dieser Frage möchte ich wieder etwas klarstellen, was meine Sichtweise dazu beiträgt. Jeder ist für sein Denken und Handeln selbst verantwortlich. Ich denke, dass man nicht grundsätzlich den Schöpfer eines Satzes oder eines Bildes für das Handeln anderer zur Verantwortung ziehen kann. Alles und Nichts kann sowohl falsch interpretiert als auch missverstanden oder zu verschiedenen Zwecken missbraucht werden. Als wir das Bild zu Flammenmanifest auswählten, hatte dies verschiedene Gründe für uns. Zum einen wollten wir bewusst provozieren, da wir ahnten, dass das simple, ja fast sogar primitive Abbild eines brennenden Gotteshauses der Christen unweigerlich die Gemüter einer inquisitorischen Meute zum Kochen bringen würde. Dies ist auch im Nachhinein so gekommen und hatte schon fast amüsante Züge. Es ist sehr leicht, diese heuchlerische Sippschaft zu verärgern. Auf der anderen Seite aber frage ich mich, warum das Bild einer brennenden Hexe und die damit nachempfundenen Qualen eines gepeinigten Menschen niemand interessiert..., ist dies schon vergessen, vergeben? Wie bösartig von uns, ein totes Gemäuer brennend darzustellen. Dabei wissen die Diener der Kirche doch wie gut das Feuer, das FEGEFEUER ist. Es reinigt die Seele und befreit von Sünde...
Vielleicht stellt das Motiv von Flammenmanifest auch nur eine abgewandelte Vision vom Phoenix aus der Asche dar. Aus etwas altem, niemals der Wahrheit entsprechendem entsteht etwas Neues. Etwas, was dem Menschen näher an die Erkenntnis seiner Bestimmung bringt, ihm mehr Leben lässt, als die Angst des Gewissens...
Natürlich hätten wir auch eine Moschee oder etwas anderes religiös Repräsentatives abfackeln können, der Sinn dahinter wäre der gleiche geblieben. Ich denke, es spielt manchmal keine Rolle, was wir brennend dargestellt hätten in Bezug auf diverse religiöse Symbolik, es hätte immer Vorwürfe, Mutmaßungen oder Ähnliches gegeben. Es gibt aber darüber hinaus einen weitaus wichtigeren Gedanken, welchen wir mit diesem Bild in Verbindung bringen. Dieses Bild dient uns als Metapher, sich im Geiste und auch körperlich von einem Ort, dem sich darauf befindenden Gebäude und der damit verbundenen Gottesanbetung frei zu machen. Egal ob unter dem Symbol des Kreuzes oder irgendeiner anderen religiösen Symbolik. Es geht uns um den Ort, an welchem sich die Schäfchen und ihre Herdenführer versammeln um gemeinsam in Demut zu schwelgen, um Vergebung und Hoffnung zu bitten, um Gnade flehen... Die Religion hat die Menschheit Jahrhunderte lang unter ihrer Knute unterdrückt, die Angst der Menschen ausgenutzt um Macht zu erlangen, den Fortschritt und die Erkenntnis aufzuhalten, weil dies nicht ihrem Weltbild entsprach. Dies alles unter dem Banner der Barmherzigkeit, wie geheuchelt ist dies alles, frage ich dich? Wir haben mittlerweile eine andere Zeit. Eine Zeit, in der das Christentum und die Kirche eine Menge ihrer Macht eingebüßt haben. Aber es ist immer noch so, dass ein Großteil der Menschen infantil an dem Glauben einer nicht existierenden Übermacht festhalten. Ich frage mich warum? Warum verstehen die Menschen nicht, dass man selbst mit einem starken Geist der Träger seiner eigenen Hoffnung sein kann? Warum halten sie immer noch an die Schöpfung einer pervertierten Idee fest, die ebenfalls nur von MENSCHEN geschaffen wurde? Ist es die Angst nicht unter dem Schutz eines Messias oder eines Gottes zu stehen? Ist es die Furcht allein mit sich selbst und der Welt zu sein? Ist es die Angst, die Frage auf dem Verlauf des Schicksals nicht mit Gottes Willen beantworten zu können? Sehen die Menschen denn nicht, dass die Religionen, ihre Götter und ihre Gebote nicht den Frieden und die Vernunft in diese Welt bringen, nach welcher sie sich sehnen? Sehen sie denn nicht, dass es nur ein Spiel um Macht, Leid, Demut und Krieg ist? Es braucht keinen Gott um Harmonie zu erlangen. Wer ein Herz, einen Geist und einen Verstand besitzt weiß, dass nicht jede Frage eine Antwort hat und wenn er sie trotz dessen sucht, muss er sie sich selbst beantworten. Er weiß, dass die eine Angst nicht durch den Tausch gegen eine andere Angst aufgehoben oder beseitigt werden kann, sondern er stellt sich dieser mit der Kraft seines Daseins und dem Mut seines Herzen. Ich denke, dass es keine Demutsstätten braucht um einen Gott um Hilfe anzuflehen und ihm seine Treue zu geloben. Erst recht nicht, wenn der Boden mit Blut getränkt wurde und das Gebäude falsche Hoffnung in sich birgt. Wer sich nicht selbst zu helfen weiß, weiß auch nicht, was es heißt zu leben.
Das Coverbild von Flammenmanifest zeigt unsere Denk- und Sichtweise in übertragenem Sinne. Wir beabsichtigen nicht die Menschen des Christentums auszulöschen oder die der anderen Religionen, sondern sich von dem Gedanken einen Gott anzubeten im Sinne des menschlichen Bewusstsein zu befreien. Wir sind Künstler. Der Sinn dieser Kunst ist, unsere Gedanken und Emotionen in Form von Musik und Text zum Ausdruck zu bringen. Auch wenn wir in einer begrenzt freien Welt leben, ist es unsere freie Meinung, welche wir in Wort und Bild darstellen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir etwas zu sagen, da wir uns nicht zur Gemeinschaft einer religiös erzogenen Masse zählen oder aber im Strom der allgemein angepassten Gleichgültigkeit mitschwimmen. Es ist mir egal, wenn die Menschen weiterhin einen leeren Himmel anbeten, wir offenbaren nur unsere Sichtweise der Dinge und zeigen damit, dass wir nicht einer falschen Hoffnung verfallen sind.
Was ebenfalls noch das Cover von Flammenmanifest betrifft, ist dass es auf keinen Fall, ich wiederhole AUF KEINEN FALL mit den Vorgängen in Norwegen verglichen werden sollte. Diese waren in keinerlei Weise eine Inspiration für dieses Bild und es liegt auch nicht in unserem Interesse es damit in Verbindung zu bringen. Was deinen Vergleich betrifft habe ich natürlich volles Verständnis für deine Argumentation. Ich möchte mich nicht einer gewissen Verantwortung unser künstlerischen Präsentation entziehen, allerdings hätte ich auch ein Gegenargument dazu. Wenn wir als kleine Band schon als eine einflussreiche Inspirationsquelle dienen, für irgendwelche Schandtaten, die aus einem Miss- oder Unverständnis heraus verübt werden, wie groß ist dann bitte die Inspiration, im Verhältnis gesehen, zu einem gewissen primitiv-schwachsinnigen Herrn Bush und seiner größenwahnsinnige Nation, die einen Krieg im Namen Gottes und der Gerechtigkeit rechtfertigt? Wie verhält es sich denn da, wenn jemand sagen würde: " Hey Bush, deine Bombardements auf den Irak haben mich inspiriert. Ich habe gestern das hiesige Nachbardorf ausgebombt, waren sowieso alles Terroristen..." Ich gebe zu, ein einfaches Beispiel, aber wo liegen denn die Grenzen zwischen Verantwortung und Gewissen? Wie kann ich etwas unmissverständlich darstellen, ohne das andere sich inspiriert fühlen oder meine Auffassung der Dinge als Argument für ihren Missbrauch rechtfertigen? Es ist einfach etwas zu kritisieren und nur die Oberfläche dabei in Betracht zu ziehen, aber eine Botschaft und den darin enthaltenen Kern, auch wenn er beim ersten Hinsehen im Verborgenen bleibt, zu verstehen bzw. zumindest diesen zu hinterfragen, lässt viele an ihre Grenzen stoßen. Glaub mir, hinter allem was wir machen steckt ein Gedanke und ein damit verbundener Sinn. Es ist ein Teil unserer künstlerischen und rebellischen Darstellung. Wir übernehmen aber nicht die Verantwortung für das Tun und Denken anderer, in Bezug auf ihrer Verständnis und vor ihrem eigenen Gewissen.
Philipp: Welche Werte vertreten AEBA denn inhaltlich? Was genau macht für euch/dich die "Lebenseinstellung Black Metal" aus?
Isegrim: Der Geist, welcher AEBA verbindet ist die Individualität. Es ist sehr viel Zeit vergangen, seit der Gründung dieser Band und es war nicht immer einfach die innerliche Verbundenheit aufrecht zu erhalten. Jeder bei AEBA besitzt seine eigene Individualität und seinen eigenen Charakter. Die Gemeinsamkeit dieser Band bringt diese auf einen Punkt und vereint sie. Wenn wir zusammen musizieren, verarbeiten wir dabei die Emotionalität welche uns bewegt, wie Hass, Zorn, Trauer und Triumph. AEBA ist für uns ein Ventil, um Dampf, um Wut und Ärger abzulassen, welcher unweigerlich mit dem Leben auf dieser Welt verbunden ist. Uns verbindet ein gemeinsames Interesse an okkulter Thematik und die Suche nach Einzigartigkeit. Zusammen leben wir dieses aus, denn die Extremität der Musik des Black Metals in Verbindung mit der empfundenen Emotionalität, lässt uns diese Intensität der Gefühle spüren. Anstatt uns gegenseitig die Schädel oder die Schädel anderer einzuschlagen, anstatt unsere Zeit sinnlos und gelangweilt zu vergeuden, musizieren wir gemeinsam, denn dies ist unserer Weg uns mitzuteilen. AEBA ist unsere gemeinsame Antwort auf eine Gesellschaft die ihre moralischen Grundwerte aufs tausendfache paradoxiert und deren Dasein aus Lug und Betrug besteht. Macht ist der einzige Wunsch dieser Gesellschaft und geheuchelte Nächstenliebe und Barmherzigkeit sind der Weg um diese Macht zu bekommen. AEBA ist der Widerstand gegen einer Welt des religiösen Fanatismus und deren verkommener Gottesfurcht. Niemals werden wir uns dieser unterordnen. Der Black Metal ist für uns keine Lebenseinstellung. Unsere Lebenseinstellung ist viel eher auf unsere Individualität und unsere Charaktere zurückzuführen. Der Black Metal ist für uns einer Art der Darstellung unserer Selbst, so sein zu können wie wir wollen. Wenn wir gemeinsam im Proberaum unsere Musik zelebrieren und unsere empfundene Emotionalität in Verbindung mit der Extremität des Black Metals kreieren, dann sind wir ein Teil unserer selbst. Wenn wir gemeinsam auf der Bühne stehen, dann zeigen wir für einen kurzen Augenblick einen Einblick in unserer Gedankenwelt. Es ist auch wichtig für uns, die Intensität der Musik durch das eigene Empfinden der Gefühle zu beeinflussen und zu bestimmen. Inhaltlich ist AEBA ein Widerstand gegen einer Welt die uns manchmal zu ersticken droht, durch ihre Verlogenheit. Wichtig ist für uns, so zu sein wie wir wollen.
Philipp: Woher kommt euer Hass gerade auf die christliche Kirche? Ich meine, so extrem viel kriegt man hier im Norden doch gar nicht von ihr mit, oder?
Isegrim: Ich denke, dass es daran liegt, welches Gebiet der Erde wir besiedeln. Viele der Black Metal Bands, vor allem aus dem skandinavischem Raum sind ja dem germanischen Glauben (Wikinger, Kelten, bla, bla...du weiß schon was ich meine) angetan. Was die Christen diesem Volk angetan haben, sollte eigentlich auch jeder wissen. Hinzu kommt auch, das wir in westlichen Gefilden unser Dasein finden. Hier spielt das Christentum eine viel größere Rolle als weiter östlich in der Welt. Viele geben auch die Gräueltaten der Christen als Hassmotiv an, z.B. die Inquisition, Hexenverbrennung, Ausrottung ganzer Völker (Inkas, Mayas). Auch die Schwäche und Unterwerfung der Christen sind mögliche Gründung für eine Ablehnung. Die Gewaltherrschaft im Mittelalter, das Spiel mit der Angst der Menschen und dem Sündenfreikauf im Mittelalter. Es gibt viele Gründe der Black Metal-Szene diese Religion abzulehnen, ja sogar sie zu hassen. Viele Menschen haben anscheinend alles vergessen und für sie ist es vergangen...,denn heute verbreite die Kirche ja Barmherzigkeit und Nächstenliebe, Aufopferung usw. Aber auch das jüdische Volk hat den Deutschen vergeben, aber vergessen werden sie niemals...
AEBA hat nichts mit Wikinger, Germanen- oder Heidentum zu tun. Auch die anderen Motive sind für uns nur oberflächliche Gründe das Christentum abzulehnen. Es wäre uns auch egal, ob wir im westlichen oder im östlichen Teil dieser Welt leben würden. Unserer Hass und unsere Ablehnung basiert auf der Schwäche der Menschheit einem religiösen Wahn zu folgen. Es ist egal ob es das Christentum, die Moslems oder irgendwelche sonstigen Religionen betrifft. Angst ist die Grundlage der Religion. Angst vor dem Geheimnisvollen, Angst vor Niederlagen, Angst vor dem Tod. Angst ist die Mutter der Grausamkeit und es ist deshalb kein Wunder, dass Grausamkeit und Religion Hand in Hand gehen, weil beide aus der Angst entspringen. Wir wissen, dass nur unser eigenes Herz uns lehren kann, nicht mehr nach einer eingebildeten Hilfe im Himmel, nach einem Gott welcher uns erlösen wird, zu suchen. Es ist viel wichtiger, diese Welt zu einem Ort zu machen, der es wert ist, darin zu leben, und nicht zu dem, was die Religionen und ihre gottverdammte Götzenanbetung in all den Jahrhunderten daraus gemacht habt. Ich bemitleide diejenigen, die den weißen, eierlosen Schwachsinnigen im Vatikan und seine Sklaven anbeten, genauso wie die, die sich vor Erniedrigung gen Osten verneigen und den Dreck küssen. Wir lassen uns nicht an die Kette, wie Abertausende, binden. Wir geißeln uns nicht unter den Schafen, die nicht fähig sind, sich selbst zu achten. Es ist nicht unser Ziel, diese Menschen zu bekämpfen, denn sie haben sich längst selbst aufgegeben. Unser Ziel ist es, durch unsere Art zu beweisen, dass Selbstachtung und Individualität Leben bedeutet und nicht die Unterwerfung zu einer Religion, deren Prediger und deren irreführendem Wahn.
Philipp: Ich finde es sehr schlüssig, was du über die Verbindung von Angst und Religion sagst. Du sprichst aber auch von "Schwäche" ("Unserer Hass und unsere Ablehnung basiert auf der Schwäche der Menschheit einem religiösen Wahn zu folgen"). Nun bin ich zwar Atheist, weiß aber, dass viele Gläubige sagen, sie hätten in ihrer Religion Stärke und Halt gefunden. Wie siehst du das? Und wird nicht im Black Metal oft von "The weak must die" oder "Only the strong will survive" u.ä. getextet? Wie ist deine Meinung zu solchen Aussagen? Ich selbst finde diese Positionen bedenklich, weil sie eine pseudo-darwinistische Nähe offenbaren (warum nicht den Schwachen gerade beistehen?).
Isegrim: Als ich von der Schwäche der Menschen sprach, meinte ich auf keinem Fall solche, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind. Ich verachte auch dieses dämliche Geschwafel in der Black Metal Szene, was wirklich nach Pseudo-Darwinismus klingt. Sprüche wie "The weak must die" und "Only the strong will survive" werden meisten von Typen gerissen, die entweder ein paar Fetzen Darwins aufgeschnappt haben, ohne diese auch nur in kleinster Weise verstanden zu haben oder aber unter dem Einfluss rechter Propaganda (welche eine der falschen, verdrehten und fehlinterpretierten Version der Evolutionstheorie als Quelle darstellt) geraten sind und sinnlos nachplappern, was ihnen vorgekaut wird. Meist stecken sie selbst voller Minderwertigkeitskomplexe und besitzen nicht einen Funken Selbstbewusstsein. Ich habe Darwin gelesen und denke auch, dass ich seine Auffassung über die Evolutionstheorie verstanden habe. Wir verwenden diese Thematik aber nicht in unserem textlichen Konzept, da der Sinn (wie er wirklich verstanden werden muss) nicht zu unserem Gesamtkontext passt und im Allgemeinbild von AEBA keine Identifizierung findet. Ich denke schon, dass ich mich im eigentlichem Sinne klar ausgedrückt habe, als ich unseren Hass und unsere Ablehnung gegen Religionen definiert habe. Das Wort Schwäche kann in diesem Zusammenhang vielleicht zu einem Missverständnis führen, aber in Bezug auf diese meinte ich die Pathetik der Menschen gegenüber einer illusorischen, göttlichen Übermacht. Der Glaube und die Anbetung einer Götze und der Hang zur Selbstaufgabe der eigenen geistigen Identität. Wenn die Menschen behaupten, sie haben ihren Halt und ihre Stärke darin gefunden, glaube ich eher, dass die Angst und Hoffnungslosigkeit vor einer Leere und der damit verbundenen Frage nach Schicksal, Leben und Tod ihre Vorstellung bestimmt und der Gedanke an einer alles schützenden und bestimmenden Übermacht den Grund ihres Glauben darstellt. Ein Gott und eine Religion wirken wie ein Heilmittel gegen die Furcht, aber die Wirklichkeit degradiert sie in diesem Moment zu Marionetten, welche an den Seilen eines Puppenspielers hängen, der die Verantwortung über ihre Existenz hat, ihr Tun und Handeln beeinflusst und die Rechtfertigung ihres Schicksals darstellt. Furcht und Verzweiflung sind nur einige Bestandteile eines komplexen Kreislaufs, welcher sich Leben nennt. Meinen Umgang damit in die "Hände" einer scheinexistenten Macht zu legen, bedeutet für mich, dass Bewusstsein zu verleugnen bzw. aufzugeben ein Mensch zu sein. Das habe ich mit Schwäche gemeint. Aber wenn die Menschen ihr Schicksal in die Hand eines Gottes legen oder sich durch die Lebens verneinenden Gebote einer Religion und deren Führer leiten lassen, weil sie glauben dadurch Hoffnung oder Stärke zu empfinden, dann soll dies von mir aus so sein. Versteh mich, ich bin kein Fanatiker, der auf biegen und brechen die Menschen von seiner Meinung überzeugen muss. Ich bin auch kein Prediger, welcher einen neuen Glauben offenbart (denn dann wäre ich nicht besser als das, was ich verachte und verleugne). Ich sage hier lediglich etwas über meine Denkweise, über uns als Band AEBA und Vereinigung von Individuen, welche über das Medium Musik eine gemeinsame Sichtweise zum Ausdruck bringen. Es ist nicht unsere Aufgabe andere zu bekehren, sondern die Frage nach unserem Dasein und unserer Lebenseinstellung und Auffassung zu beantworten. Schwach sind diejenigen, welche sich selbst aufgeben und Hoffnung aus dem Nichts erwarten, aber Schwachen zu helfen bedeutet, die von jenen zu differenzieren, welche Schwäche, Demut und Angst verbreiten.
Philipp: Was mir sehr imponiert hat, war der öffentliche Brief ans ABLAZE von eurer Ex-Keyboarderin, welcher in #31 (2000) veröffentlicht wurde. Steffi hat sich damals stellvertretend für AEBA gegen "stumpfsinnige Parolen" und "politische Tendenzen" im Black Metal gestellt. Wie waren damals die Reaktionen darauf?
Isegrim: Ich habe Stephanie, unsere frühere Keyboarderin gebeten, die nächste Frage selbst zu beantworten.
Stephanie: Puh, ist das schon wieder lange her, dass ich (Stephie) damals diesen besagten Brief geschrieben habe. Es gab zunächst gar keine Reaktionen. Nur vereinzelte kamen "hintenrum". Sprüche wie: "AEBA wollen sich wichtig machen", und "AEBA müssen sich in den Vordergrund spielen". Mich persönlich hat keiner angesprochen...witzigerweise erst Jahre später. Darum sollte ich erklären, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, einen solchen Brief zu verfassen.
Jahrelang bildet man sich ein, dass innerhalb der Metalszene eine Art Zusammenhalt besteht, der über ein gemeinsames Besäufnis hinausgeht und viel mehr neben der Liebe zur extremen Musik auch zwischenmenschliche Gemeinsamkeiten beinhaltet und den Austausch kontroverser Menschen untereinander fördert...Was für ein Satz!...Nun wurde der Bekanntheitsgrad unserer Band überraschenderweise größer und viele Anhänger "unserer" Szenen traten mit uns in Kontakt, sei`s nun brieflich, telefonisch, auf Konzerten oder per E-Mail. Wir wurden täglich mit geistigem Dünnschiss zugeknallt und die Ausnahmen waren erschreckend gering. Ich dachte immer, meine Ansprüche seien schon zu niedrig. Zuerst lacht man darüber, dann ignoriert man es, dann kommt die Wut und zuletzt Frust! Dafür reißt man sich jahrelang den Hintern auf, neben solchen Leuten feiert man auf Konzerten, das sollen "Gleichgesinnte" sein? Dafür verhaut Omi einen mit dem Krückstock im Supermarkt, wenn wieder mal eine Metal Reportage im Fernsehen lief??? Irgendwie waren das alles die letzten Idioten und wir hatten die gleichen Shirts an...
Nun zu den Reaktionen. Wie gesagt Jahre später...konnten sich anscheinend viele immer noch an diesen Brief erinnern. Viele waren beleidigt von unserem Bekanntenkreis, obwohl ich dachte, meine Worte seien deutlich genug gewesen. Gut, wer sich irgendwie negativ angesprochen gefühlt hat, hat selbst Schuld. Da habe ich dann wohl irgendwo Recht gehabt und selbigen somit auch gemeint. Viele fanden das natürlich mutig, dass mal jemand was sagt und nicht, wie üblich die Klappe hält und betreten aus der Wäsche schaut. (wie z. B. beim "Under the black sun" Festival, als die Nazis mit erhobenen Arm vor der Bühne standen.) Na ja, die Morddrohungen haben wir auch schon vorher bekommen. Das Ablaze ist soweit ich weiß, mit Briefen zugekippt worden, worauf die zukünftig die Leserbriefseiten komplett rausgenommen haben!?! Leider oder möglicherweise zum Glück habe ich von diesen nie etwas gelesen.
Philipp: Was sollte deiner/eurer Meinung nach gegen rechte Tendenzen im Black Metal getan werden?
Isegrim: Der rechte Einfluss im Black Metal geht nur von einer kleinen Aktivität aus. Glaub mir, wir haben schon oft versucht, dagegen etwas zu unternehmen. Sei es nun, dass wir uns in Interviews negativ dazu geäußert haben, uns mit dem Volk auf Konzerten angelegt haben oder aber mit anderen Bands diskutiert haben, welche auch dagegen ankämpften. Was würdest du an unserer Stelle machen? Als eine Band unter Tausenden kann man nicht viel ausrichten. In der Szene gibt es drei Gruppierungen. Die, die den braunen Kern ausmachen und mit ihm sympathisieren, die, die dagegen ankämpfen und die, die es ignorieren. Wenn es einen stärkeren Zusammenhalt geben würde, könnte man es vielleicht unterbinden, aber diesen besitzt diese Szene leider nicht. Auch, wenn wir vieles versuchen, bleiben uns doch irgendwie die Hände gebunden. Es ist aber wie gesagt nur ein kleiner Teil der Szene, welche diese braune Propaganda betreiben. Der Großteil hält an den wirklichen Werten des Black Metals fest. Die Schlimmsten unter dieser braunen Scheiße sind die, die in der Öffentlichkeit ihre wahre Gesinnung verbergen nur um berühmt zu werden und ein neutrales Ansehen behalten wollen, aber sie sind genau von der gleichen erbärmlichen Sorte, wie die, die diese Musik nur betreiben, um ein evil oder mächtig cooles Images zu erhalten. Wir distanzieren uns von alledem und da wir kaum noch Kontakt zur allgemeinen Black Metal-Szene haben, kann ich nicht mal behaupten, dies noch alles objektiv wiedergeben zu können.
Philipp: Ist vielleicht gerade die frühere "unpolitische" Haltung der "Szene" ein Grund für die Unterwanderung durch rechtes Gedankengut?
Isegrim: Nein, auf keinen Wahl. Black Metal hat und hatte niemals mit Politik etwas zu tun. Die unpolitische oder vielleicht auch neutrale Haltung der meisten Black Metal Bands haben ich und AEBA stets als die richtige angesehen. Wir werden dies auch weiterhin so halten.
Philipp: Wie wird Black Metal in den Medien dargestellt? Wie beurteilst Du generell diese Darstellung von Black Metal?
Isegrim: Wie du ja sicherlich weißt, war der Heavy Metal schon immer in den Augen der Medien Musik des Teufels. Der Black Metal geht da in der Bewertung noch ein wenig weiter. Hier wird sogar vom Abschaum aller musischen Ergüsse gesprochen... Ich finde es sogar amüsant, denn jeder weiß das die Medien meistens nur das berichten was sie sehen oder was ihre eigene Betrachtungsweise entspricht. Von Objektivität oder gar Wissen von dem, was man da anprangert, kann keinesfalls die Rede sein. Für alles, wo die Gesellschaft und ihre "Möchtegern"-moralischen Werte versagen, wird nach einem Grund gesucht, der überall, nur nicht an ihrem eigenen Versagen, liegt. So natürlich auch auf dem Rücken des Black Metals. Allerdings hält sich dies noch in Grenzen, so dass sich in der normalen Presse nicht allzu oft etwas über den Black Metal finden lässt. Sei dies doch der Fall, sind die meisten Behauptungen imaginär, falsch oder völlig aus der Luft gegriffen. Es ist genau so mit dem Thema Satanismus in den Medien. Meist wird über Gräueltaten böser Satanisten berichtet, die niemals stattgefunden haben. Was den wahren Satanismus bzw. seine vielen verschiedenen Unterformen ausmacht, scheint die Medien nicht zu interessieren oder es fehlt an Wissen. Es werden jedoch keine Hemmungen gescheut, möglichst nur das grausamste und Menschenverachternste zusammen zu dichten, denn nur das interessiert das allgemeine Publikum, denn nur daran geilt es sich auf. Um nur ein Beispiel zu nennen: Ich las vor kurzem in einer sehr bekannten Tageszeitung : "Satanisten foltern Kinder zu Tode..." Das dies niemals so stattgefunden hat, bzw. irgendetwas mit Satanismus zu tun hat, interessiert doch eh keinen. Ich erinnere mich auch an einer Geschichte, über die vor kurzem berichtet wurde, in der es um zig Christenpfaffen im Amiland ging, die Hunderte von Kindern für ihre perversen Spielchen missbrauchten. Ich habe noch nicht wieder davon gehört, wahrscheinlich wird es auch irgendwann klammheimlich verschleiert, denn das will niemand hören, der an Gott und seine Helfer glaubt und jeden Sonntag brav in die Kirche geht. Wie oft liest du in der Presse, dass irgend so ein gottverdammter Priester seine Schäfchen missbraucht und wie oft gibt es was über Satanismus zu berichten, was nicht erstunken und erlogen ist? Die Medien sind Informationsquellen für die Menschheit, aber sie bestehen meistens aus dem, was keinesfalls der Wahrheit entspricht. In der allgemeinen Fachpresse, also den Metalzeitschriften ist der Black Metal dank der Kommerzialisierung durch Plattenfirmen und Marketing ein oft berichtetes Thema. Ob man das nun gut findet oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Philipp: Kann man Deiner Meinung von einem “Mediensatanismus..." sprechen?
Isegrim: Das hast du richtig erkannt. Denn es wird meistens oder fast immer nur über oberflächliche Dinge berichtet, welche nur kläglich recherchiert wurden, bzw. um einiges aufgebauscht dargestellt und um eine Menge Unwahrheiten ergänzt werden. Es existiert in diesem Maße weder Toleranz, noch Objektivität. Der Bezug zur Realität geht verloren, wenn man sieht, wie diese Berichte und Reportagen unters Volk gebracht werden. Jeder der diese Art von Lebenseinstellung praktiziert bzw. annimmt ringt sich nur ein müdes Lächeln ab, wenn es mal wieder heißt: "Satanistenpaar tötet Arbeitskollegen, Satanisten (fr)essen Pizzaboten auf, Satanisten foltern Kinder zu Tode..." usw. Es gibt heutzutage eine Menge dämlicher Möchtegern-Medienstars, welche jede Möglichkeit nutzen, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf sich zu ziehen. Sei es nun durch ein Verbrechen unter einem Vorwand, welcher auf sie im nichtigstem Falle zutrifft oder durch irgendeiner anderen Art. Mit dem wahren Satanismus hat dies nichts zu tun, und diejenigen, die diesen für sich angenommen haben, wissen dies und beachten die Propaganda der allgemeinen Presse und anderer Medien, welche Sensationsgeil betrieben wird, nicht. Es gibt viel zu viele kleine perversen Seelen auf dieser Welt, die ihre körperliche Befriedigung nur durch das Ausüben von Gräueltaten erreichen. Vieles wird dem Satanismus angedichtet, da Satan ja alles Böse im Menschen und auf dieser Welt darstellt. Dies ist aber nur die Lehre und Dogmatik des Christentum und der Kirche in der Westlichen Kulturgesellschaft. In fast jeder Religion, in allen Teilen der Welt verhält es sich ähnlich. Es gibt immer noch eine riesige Anzahl von selbsternannten Rettern der Menschheit und ihrer unschuldigen Seelen, die in alles und jedem Negatives und Teuflisches vermuten und anprangern. ...Ihre Worte sprechen Wahrheit und ihre Augen können sehen..., wie lächerlich. Trotz der vergangenen Zeit des Mittelalters, trotz Tausenden von Jahren der Unterdrückung und Machtgier hat sich das Verhalten und das Denken in einigen Teilen der Gesellschaft nicht viel verändert. Die Menschen sehen immer noch in vielen Dingen, die unerklärbar sind, die das Böse und Negative des eigentlichen Menschen zeigen, die in einer heilen und harmonischen Welt nicht passen, die Anwesenheit und Gestalt des Teufels. So verhält es sich auch gleichbedeutend in den Medien. Sie (die Gesellschaft) bezeichnen sich selbst als barmherzig, tolerant und sozial, dabei sind sie die Aggressoren, welchen zum Teil jedes Mittel recht ist, zu denunzieren, welche voller Intoleranz und Arroganz alles vorverurteilen was sich nicht ihrer Sichtweise und Moral anpasst (unterwirft). Einseitig, voreingenommen und unwissend ist das, was sie (die Medien, die Gesellschaft) Satanismus nennen und über was sie Bericht erstatten. Sie suchen überall nach anderen Gründen, als das Versagen ihrer eigenen Art und das, was sich "zivilisierte Gesellschaft" nennt, zu akzeptieren.
Philipp: Du sprichst vom "wahren Satanismus". Wie würdest Du den definieren? Bedeutet er dir/euch etwas, seid ihr Satanisten?
Isegrim: Wenn du mich fragst, ob ich ein Satanist bin, werde ich dies bejahen. Wenn du mich fragst, was ist wahrer Satanismus? Wahr ist mein Satanismus, weil ich ihn so nenne und weil ich für mich selbst erkannt habe, wie wahr und wichtig diese Lebenseinstellung für mich ist. Es ist schwer darüber zu sprechen und ich spreche in diesem Falle auch überwiegend nur für mich und meine Sichtweise. Bei den anderen Mitgliedern von AEBA verhält es sich ähnlich, wie bei mir, jedoch ist dieses Thema zu intim, um für die anderen zu sprechen. Es gibt viele Formen des sogenannten Satanismus. Die bekanntesten wären sicher die Crowley-Anhänger, die La Vey-Anhänger, des fernöstlichen Satanismus oder aber des Neosatanismus mit teils faschistischen Anleihen. Es gibt auch diejenigen, die das naive Bild der christlichen Kirche annehmen bzw. anbeten, wobei dies die dümmste Auffassung von satanischer Lehre für mich darstellt. Zum einen ist es lächerlich, das Bild des Teufels als gehörnte, bocksfüßige Gestalt zu assoziieren, zum anderen nimmt man damit die Dogmatik des Christentums (und gegebenen Falles, das von vielen anderen religiösen Vorstellungen) an. Ich bin kein Mitglied verschiedener satanischer Sekten oder Orden, noch bekenne ich mich zu einer dieser oben beschriebener Arten des Satanismus. Im Gegenteil, ich verachte diese, da sie mit einen Teil des falschen Abbildes des Satanismus erzeugen, welcher für mich eine Rolle spielt. Auch diejenigen, die ihre Bekenntnis mittels Tier- und Blutopfer praktizieren, gehören zu meinem erklärten Feindbild. Ich habe einiges an satanischer und okkulter Philosophie gelesen, aus Interesse. Ich entnehme jedoch nicht meine Sicht- und Denkweise aus diesen verschiedenen Büchern und ihrer Autoren. Ich spreche meistens nicht und falls doch nur wenig von dem, was Satanismus für mich bedeutet. Ich bin kein Prediger und ich will nicht, dass irgendjemand Meines als die wahre Erkenntnis ansieht, übernimmt oder gar öffentlich macht. Ich möchte auch nur einen kleinen Teil von dem preisgeben, was für mich wichtig ist. Satanismus heißt für mich die Erkenntnis der Individualität, der absoluten Einzigartigkeit der eigenen Seele. Die Achtung meiner Selbst und die Verleugnung einer göttlichen Übermacht, welche mich im Laufe des Existenzgeschehens und in meinem Antlitz zu einem Teil im Kreislauf der Unbedeutendheit und Nichtigkeit degradieren würde. Ich verachte die Erniedrigung der Menschen und ihrer Selbst in Angst vor der Sünde und dem Unbekannten. Ich stütze meine Hoffnung nicht auf einem Leben nach dem Tode in endloser Zufriedenheit und Harmonie. Wie könnte ich diese "im Himmel" ertragen, wenn ich nicht versuchen würde, all dies hier und jetzt zu finden und zu erreichen, denn ich lebe hier und jetzt. All die Erkenntnis zu erlangen, welche vor meinem Auge liegt und nur darauf wartet aufgenommen zu werden. All die Kraft und Stärke zu nutzen, all die Schwächen und Fehler zu erleben und zu akzeptieren, das bedeutet Leben. Dem Unheimlichen nicht mit Angst zu begegnen, das Unbekannte nicht mit arroganter Wissenschaft und Pseudologik erklären zu müssen, sondern so zu respektieren, wie es ist, das bedeutet Weisheit. Nicht das Verlangen nach Macht über anderer, sondern das Bewusstsein der eigenen Macht zu spüren, bedeutet wirkliche Macht. Der Einklang und die damit verbundene Schönheit und Grausamkeit von allem Natürlichen zu erleben und zu fühlen, bedeutet existent zu sein. Ich bin der Träger meines Glauben, ich bin der Entdecker meiner Harmonie, ich bin der Wächter meiner Moral und ich bin die Quelle meiner Kraft. Insurrektion ist meine Antwort auf eine verkommene Gesellschaft und ihr geheucheltes Miteinander und ihrer Scheinmoral. Meine Seele wird selbst entscheiden, wohin sie nach meinem Tod gehen wird und wo ich Frieden finden werde. Die Legende vom Rebellen, der nicht akzeptiert, dass Weisheit verschlossen bleiben soll, welcher lieber eine Ewigkeit in Finsternis und Dunkelheit dahinvegetiert als zu dienen ist eine Inspiration für mich. Ich glaube, dass die Dunkelheit mehr zu bieten hat, als nur Furcht und Misstrauen. Ich beschreite Pfade, die jenseits der Ignoranz und der Angst der Menschen liegen, die nur von mir verlangen meine Augen zu öffnen, den Mut zu haben, sehen zu können welche Geheimnisse sie offenbaren. Ich glaube an die Macht in mir selbst und nicht an jene, die ich suchen, anflehen oder denen ich dienen soll. Ich denke, das reicht. Mehr möchte ich nicht preisgeben, von dem was für mich Satanismus bedeutet. Es mag für einige verworren und undurchsichtig erscheinen, aber dies ist nur ein kleiner Teil meiner Gedanken. Es wäre zu immens alles darzulegen und es wäre ein Bruch meines eigenen Eids, mein komplexes Denken komplett zu offenbaren.
Philipp: Welchen Stellenwert hat für dich das "Lords Of Chaos"-Buch von Söderlind/Moynihan?
Isegrim: Es hat überhaupt keinen Stellenwert für mich oder AEBA. Einige von uns, einschließlich mir, haben es aus Interesse gelesen. Es hat mich aber weder inspiriert, noch beeinflusst noch sonst irgend etwas.
Philipp: Nun aber zurück zur Band: Bitte gib mal einen knackigen biografischen Abriss Eurer Bandgeschichte!
Isegrim: Die Wurzeln von AEBA reichen bis ins Jahr 1992 zurück. In diesem Jahr gründeten Occultum Nocturnus (Isegrim), Funeral Wisdom Of The Elder Wintermoon (Schattensturm) und zwei andere Musiker im hohen Norden Deutschlands (Schleswig Holstein) die Band Eternal Suffer mit dem Ziel Black Metal zu spielen. Occultum Nocturnus und Funeral Wisdom Of The Elder Wintermoon sollten außer den Gitarren die lyrische Seite bedienen. Da jeder eigene Texte schrieb, sang jeder seine Texte selber, was auch heute noch der Fall ist. Nachdem sie sich selbständig Gitarre spielen beigebracht hatten, folgten einige Line-Up-Wechsel, da man mit der derzeitigen Besetzung keinen Fortschritt mehr erzielen konnte.1994 stieß dann der Schlagzeuger Viking Lord (Nidhögg) zur Band hinzu, und man benannte sich nach diversen Namensvorschlägen in AEBA um, da man sich jetzt erstmals als vollständige Band ansah. Viking Lord hatte zwar noch keine Erfahrung als Schlagzeuger, arbeitete sich aber dennoch sehr schnell in die Materie von AEBA ein, und entwickelte mit der Zeit seinen eigenen Stil. Noch im selben Jahr folgten die ersten lokalen Auftritte in Jugendzentren mit anderen lokalen Metal-Bands, allerdings ohne Bassisten. Den galt es nun zu finden und man wurde schließlich 1995 in Exul Caeli (Exul) fündig. Da man schon Einiges an Songmaterial komponiert hatte, wagte man sich sofort nach der Einarbeitung von Exul Caeli im Winter 1995 das erste mal ins Studio. Funeral Wisdom Of The Elder Wintermoon hatte einige Ideen, wie man die Songs mit Keyboardklängen unterlegen könnte und AEBA experimentierten etwas in dieser Richtung herum. Man war überrascht, welche Atmosphäre die Songs, die eigentlich nur für zwei Gitarren komponiert waren, dadurch erhielten. Das Resultat der Aufnahmen war dann schließlich das Rising Demo, welches durchweg gute Kritiken erhielt, und eine dementsprechend hohe Nachfrage hatte. Dieses Demo blieb das roheste und brutalste Werk von AEBA. Da AEBA auch live und beim Proben die Atmosphäre eines Keyboardes nicht mehr missen wollten, nahm man 1996 die Keyboarderin Daemonia mit in die Band auf. Endlich konnte das gesamte Material mit Keyboard aufgearbeitet werden. Aufgrund einer besseren Identifizierung gaben sich einige Bandmitglieder neue Pseudonyme. Das Line-Up der Band bestand nun aus folgenden Musikern:
Isegrim: Gitarre & Gesang,
Schattensturm: Gitarre & Gesang,
Nidhögg: Schlagzeug,
Exul: Bass,
Daemonia (Stephanie): Keyboard
Im Winter 1997 standen die Aufnahmen zum zweiten Demo "Im Schattenreich...“ an. Ausgerüstet mit einem größeren Budget und mehr Aufnahmeerfahrung lieferte man ein sehr gutes Demo ab, mit dem man 1998 nach mehreren Labelangeboten bei Last Episode unterkam. Last Episode masterten das Demo erneut und vertrieben es dann ab 1998 als AEBAs Debüt-Album auf CD. Ende 1998, Anfang 1999 begaben sich AEBA wieder ins Studio um ihr drittes Werk "Flammenmanifest" einzuspielen. Die Songs auf diesem Album waren weitaus ausgereifter und stellten eine Weiterentwicklung im Aufbau sowie im Kompositorischen der Musik dar. Die einzelnen Parts waren komplizierter und technischer geworden, ohne an Aggressivität und düsterer Atmosphäre einzubüßen. Nach einigen Auftritten 1999 und 2000 sammelte sich schnell neues Material an. Da AEBA von diesem sehr überzeugt waren und man andere Studios austesten wollte, nahm man im Frühjahr 2000 den Song "Darkness - Embrace My Soul" in einem Kieler Studio auf. Das Ergebnis war eine Aufnahme, die hauptsächlich an der Schlagzeugarbeit kränkelte. AEBA versuchten die folgenden Monate daran zu arbeiten, jedoch verließ Nidhögg im gegenseitigen Einverständnis aufgrund mangelnden Interesses im Sommer 2000 die Band. Es wurden schnell einige neue Schlagzeuger ausgetestet, jedoch war kein geeigneter dabei. Da man spätestens im Frühjahr 2001 das neue Material aufnehmen wollte, entschieden sich AEBA vorerst mit Drum-Computer weiter zu machen. Anfang 2001 wurde das Material dann auch mit Drum-Computer aufgenommen, wobei man sehr darauf achtete, dass dieser möglichst real klingt. Dieses daraus entstandene vierte Werk "Rebellion - Edens Asche" wurde allerdings aufgrund einiger Schwierigkeiten seitens der Plattenfirma erst im Herbst 2001 der Öffentlichkeit vorgestellt. Nachdem man auch einen Auftritt mit Drumcomputer bewältigte, fanden AEBA im Herbst 2001 endlich einen Schlagzeuger, der die fehlende Besatzungslücke ausfüllen konnte: Infernal Desaster. Kaum hatte man den ersten Auftritt in neuer Besetzung gespielt, verließ Stephanie Anfang 2002 aus persönlichen Gründen die Band. Dies hielt den weiteren Fortschritt von AEBA erneut auf, zumal Stephanie als Keyboarderin und auch in anderen Bereichen als aktives Mitglied der Band eine schwer zu schließende Lücke hinterließ. Trotz dessen beschloss man weiterhin am neuen Material zu arbeiten und sich auf die Suche nach einem neuen Mitglied, welches die Keyboards bedienen sollte, zu machen. Etwa Mitte 2002 stieß Exul auf Hellishere (Ben), welcher gerade hier in Kiel dabei war einen Laden für Metal-CD`s und ähnlichem Kram zu eröffnen. Nach einigen Gesprächen, wo unter anderem heraus kam, dass Hellishere einiges an Banderfahrung (als Drummer) zu bieten hatte und auch in der Lage war ein Keyboard zu spielen, entschloss man sich im gegenseitigem Einverständnis, ihn als neuen Mann am Tasteninstrument bei AEBA aufzunehmen. Es wurde einige Zeit gebraucht, um das neue Line-up zu perfektionieren und in jener Besetzung spielten AEBA einige Konzerte unter anderen in Hamburg, Tel Aviv, Berlin bis Ende des Jahres 2002. 2003 begann man nun weiterhin neue Songs zu komponieren und diese zu bearbeiten, womit man auch zur Zeit noch beschäftigt ist. AEBA gedenken im Frühjahr 2004 ein neues Album zu produzieren.
Das derzeitige Line-Up 2003 besteht zur Zeit aus:
Isegrim: Gitarren & Gesang
Schattensturm: Gitarren & Gesang
Exul: Bass
Infernal Desaster: Drums
Hellishere: Keyboards
Philipp: Welche Eurer Platten würdest Du empfehlen, wenn jemand AEBA anchecken will? Mit welcher bis Du also am meisten zufrieden?
Isegrim: Musik ist Geschmackssache. Wenn diese einfache Erkenntnis so manche Leute begreifen würden, wäre vieles einfacher und bedeutungsvoller. Ich denke, es ist als Musiker nicht so einfach sich selbst zu beurteilen. Ein Album von uns zu empfehlen fällt mir auch nicht so leicht. Spontan würde ich natürlich die letzte Scheibe "Rebellion - Edens Asche" nennen, aber ist es nicht so, dass man immer meint, das, was man als letztes erschaffen hat, wäre das beste? Wenn das der Tatsache entspräche , würde ich wahrscheinlich nach dem nächsten Album und einem weiterem Interview eben jenes neue Album als das beste angeben. Nun wir sind aber mit allem zufrieden, was wir jemals gemacht haben. Natürlich hat alles seine Höhen und Tiefen und mir fallen viele Dinge ein, die man hätte besser machen können, aber im Nachhinein ist man immer schlauer und Vergangenes kann man nun einmal nicht rückgängig machen. Nein, wie gesagt, uns gefällt alles was wir bisher kreiert haben. Das betrifft unsere Demos genau wie unsere bisher veröffentlichten Alben. Es bleibt jedem sich selbst überlassen, wie er sich selbst und seine eigens erschaffene Musik bewertet. Mich persönlich nervt es aber, wenn man sich selbst so geil findet und seine Außenwelt penetrant auf den Nerv geht, wie genial doch gerade dieses Album oder diese Musik wäre. Natürlich ist ein gewisser Stolz damit verbunden, dieser bezieht sich bei AEBA aber eher auf die Gegebenheit, wie viel Herzblut, wie viel Arbeit und wie viel man von sich selbst beim Kreieren und Erarbeiten der Musik investiert. Ich bin der Meinung, dass es besser ist, wenn wir weiterhin dabei bleiben Musik zu machen und die Bewertung dazu anderen überlassen. Es ist in Ordnung wenn diese als gut oder aber auch als schlecht befunden wird. Das einzige, was ich manchmal erwarte, ist die Akzeptanz der Zuhörer, wie viel Mühe und Zeit man als Band investiert um überhaupt Musik zu erschaffen. Aber selbst damit überfordert man so manchen (Möchtegern-)Kritiker oder (Pseudo-)Musiker. Wir sehen Kritik, sofern sie auch berechtigt ist, nicht als negativ an, sondern als Anregung um sich weiterzuentwickeln und beim nächsten mal etwas besser oder anders zu machen. Leider ist es so, dass einigen der Begriff Objektivität ein Fremdwort ist. Kritik, welche von Scheuklappendenken und Pseudointellektualität zeugen, ignorieren wir vollkommen, da diese ungerechtfertig und nutzlos für uns als Musiker ist. Letzten Endes ist es uns auch egal was die Leute darüber denken, denn ich weiß, wie viel es den Mitgliedern von AEBA bedeutet, gemeinsam Musik als Interpretation der Emotionen und Ausdruck der Seele zu kreieren. Dies ist mehr wert als alles andere.
Philipp: Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Label "Last Episode" verlaufen? Die wurden ja nicht selten kritisiert. Seid ihr da eigentlich noch? Wenn nein, mit wem arbeitet Ihr mittlerweile?
Isegrim: Ich möchte zu Last Episode nichts weiter sagen. Nur soviel, dass die Zusammenarbeit uns so manchen Nerv und Wutanfall gekostet hat. Zum einen war nicht alles schlecht, zum anderen kann ich nur behaupten, dass die Macher von diesem Label teils völlig unprofessionell und betrügerhaft gearbeitet haben. Ich kann nur jedem raten, auf gar keinen Fall mit einem gewissen Karsten Jakob oder einer seiner Firmen zusammen zu arbeiten. Mittlerweile haben wir jeden Kontakt zu diesem Verein abgebrochen und sind nicht an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Was die Zukunft der Veröffentlichungen von AEBA betrifft, möchte ich auch noch nicht viel preisgeben. Es gibt Interesse und Angebote, so dass uns genügend Wege und Möglichkeiten offen stehen. Da wir aber noch nicht genügend neues Material produziert haben und mittem im Songwritingprozess stehen, haben wir uns auch noch zu nichts entschieden.
Philipp: Alter, Ihr wart doch in Tel Aviv/ Israel. Wie ist es dazu gekommen und wie war es da?
Isegrim: Die Reise nach Tel Aviv war sicherlich ein Meilenstein in unserer bisherigen Bandgeschichte, welchen wir wohl für den Rest unseres Leben nicht vergessen werden. Die Idee dazu entstammte von unserem Keyboarder Hellishere. Da er gebürtiger Deutscher ist, aber den größten Teil seines bisherigen Leben in Israel verbracht hatte und viele Bekannte und Freunde dort hat, ergab es sich eines Tages so, dass er uns fragte, ob wir nicht Lust hätten einmal `nen Gig in Tel Aviv zu spielen. Viele seiner Freunde erfuhren, dass er hier in Deutschland wieder in einer Band spielt und so ergaben sich von dieser Seite auch Nachfragen an einem Gig von AEBA in Israel. Ein guter Freund und Konzertveranstalter bot sich an alles zu organisieren. Was man als Hintergrund dazu wissen muss ist, dass in Israel nicht sehr häufig Metalkonzerte stattfinden, da vielen Bands es dort zu gefährlich ist (selbst die großen Kriegs propagandierenden Bands wie Marduk, Destruction u. ä. haben Angst um ihren Arsch), aufgrund der Situation im Land, dort Konzerte zu Spielen. Somit lohnt es sich für die Veranstalter in Israel wirklich sehr, Konzerte mit Bands aus dem Ausland zu veranstalten, da es eine Menge Metalfans dort gibt. Trotz einiger Bedenken war für uns klar, dass wir diese einmalige Gelegenheit auf alle Fälle annehmen würden. Ich weiß nicht genau, was in den Köpfen der anderen Vorging, aber meine Bedenken bezogen sich nicht auf das Land, sondern eher auf die Tatsache, dass wir unseren Weg dorthin im Flugzeug bestreiten mussten. Ich für meinen Teil hatte bis dahin mein Leben mit beiden Beinen auf festem Boden hinter mich gebracht und hatte eigentlich auch nicht vor, so einen Flugmetallkasten zu betreten, geschweige denn damit dem Himmel so nahe zu kommen. Nach einigen anstrengenden Überlegungen und der Erkenntnis, dass ich sowieso nicht mehr als runterfallen könnte und mir somit keine Gedanken mehr über meine Rente machen müsste, erklärte ich bereitwillig alles über mich ergehen zu lassen, was diese Reise von mir abverlangte. Nachdem organisatorisch in den folgenden Monaten alles abgeklärt wurde, begaben wir uns letztes Jahr im Oktober auf den Weg nach Tel Aviv. Eigentlich war es schon komisch, wenn man bedenkt, dass wir eine Reise von zig tausend Kilometer vor uns hatten, die nur ein Wochenende lang dauern sollte (Freitag Nachmittag sind wir hingeflogen und Montag Abend waren wir wieder zu hause). Unser Trip begann in Hamburg und sollte dort auch wieder enden. Am Flughafen angekommen begaben wir uns in Richtung Terminal zum Check-In. Leider ist es nun mal so, dass man als Metaller eine Menge Ketten, Ringe, Stahlkappenschuhe und ähnlich metallene Dinge mit sich rumschleppt, so dass sich hinter uns eine akzeptable Menschenmenge bildete, bei welcher wir wohl für den Rest des Fluges verschissen hatten, bis man uns endlich hatte passieren lassen. Am Flugzeug angekommen, gab es noch zwischen mir und den anderen eine heftige Diskussion, da ich Turbinen und keine Propeller erwartet hatte und der Name der Fluggesellschaft "Chech-Air" mir auch nicht geheuer vorkam. Nichtsdestotrotz begaben wir uns auf den ersten Teil der Reise nach Prag, wo wir einen vierstündigen Aufenthalt hinter uns bringen sollten. Beim zweiten Check-In ging zuerst alles klar, jedoch wurden wir noch einmal herausgeholt und erneut eingecheckt. Diesmal wurden wir wirklich komplett und überall durchsucht (waren wir froh, dass die keine Gummihandschuhe angezogen hatten...) und man fragte uns nach dem Grund unserer Reise. Dies kam uns schon ein wenig seltsam vor, aber letzten Endes ging es dann doch weiter (diesmal auch mit einem vernünftigen Flugzeug). Morgens um Fünf in Tel Aviv angekommen, glaubten wir endlich am Ziel zu sein, wir hatten jedoch nicht mit der Grenzkontrolle und den freundlichen netten Damen und Herren dahinter gerechnet. Um in Israel als Band aufzutreten benötigt es ein Arbeitserlaubnis. Der Veranstalter war aber guten Glaubens, dass es auch ohne diese gehen würde. Da in Israel sehr harte Bedingungen Gang und Gebe sind und auch die Kontrollen sehr streng durchgezogen werden, wusste man bereits, dass wir jene Band sind, die am darauffolgendem Tage ein Konzert in Tel Aviv geben sollten. Dieses wurde aber weder angemeldet noch genehmigt und somit bat man Hellishere als einzigen im Besitz der israelischen Staatsbürgerschafft zum Büro des Sicherheitschef zum freundlich fröhlichem Verhör, während wir gebeten wurden, Platz zu nehmen und von einigen netten (bewaffneten) Herren und Damen bewacht wurden. Einige Zeit verging und wir leerten gerade gemeinsam unser letztes Flens, welches Exul klammheimlich mit ins Land geschmuggelt hatte, als Hellishere ein wenig verschwitzt vom Verhör kam und sich zu uns gesellte. Mit dem Gedanken schon abgefunden, die nächsten zwei Tage auf dem Flughafen zu verbringen, kam wiederum einige Zeit später der Oberboss aus seinem Büro und erklärte uns weniger freundlich, dass wir Glück hätten, da er gerade heute gute Laune habe und uns ins Land hineinließe. Allerdings wurde unsere Aufenthaltsgenehmigung von drei Monaten auf einer Woche gekürzt womit wir aber gut Leben konnten, da wir eh vorhatten nach zwei Tagen wieder zu verschwinden. Draußen erwartete man uns bereits und somit war die Freude groß, sowohl als auf unserer Seite, wie auch auf der Seite des Veranstalters und Hellisheres Freunde, dass auch das letzte Hindernis überwunden wurde. Wir tranken einen gemeinsamen Willkommenstrunk und fuhren zu einem Vorort von Tel Aviv namens Bet`Shemsh, wo wir bei einem Freund von uns und Hellishere, uns von den bisherigen Strapazen erholen sollten. Oh man, die Geschichte wird elendig lang...ich werde versuchen mich ein wenig kürzer zu fassen (die gesamte Odyssee gibt es demnächst als Gigtagebuch auf unserer Webpage zu lesen). Am nächsten Tag fuhren wir wieder nach Tel Aviv zu Soundcheck. Als wir dort ankamen, waren bereits einige Leute versammelt, welche das Konzert am Abend besuchen wollten. Wir lernten eine Band namens Winterhorde kennen, welche am Abend den Opener machen sollte. Die Sympathie war verhältnismäßig schnell festgestellt. Das Problem war nur, dass wir nicht unser eigenes Equipment dabei hatten und somit auf komplett andere Instrumente und Verstärker uns einstellen mussten. Der Soundcheck verlief aber ansonsten gut und der Abend näherte sich. Die Halle war bereits gut gefüllt, als Winterhorde ihr Set begannen. Der Zeitpunkt näherte sich, dass wir nun endlich die Bühne betreten durften. Leider konsumierten wir ein wenig viel Alkohol, was uns doch ein wenig eingeschränkt agieren lassen sollte. Alles in allem verlief der Gig jedoch gut (bis auf ein paar technische Probleme) und es war ein Genuss, das Publikum richtig abfeiern zu sehen. Nach ca. 70 Min. verließen wir die Bühne um in Richtung Bett ein wenig Ruhe und Ausnüchterung zu finden. Man ließ uns jedoch erst nach diversen Autogrammen, Fotos und Gesprächen (u. a. mit einem sehr freundlichem Fan der bewaffneten!! Security) gehen und somit endete auch dieser Tag für uns. Am nächsten Tag fuhren wir nach Jerusalem um ein paar Freunde von Hellishere zu besuchen. Man zeigte uns einige Sehenswürdigkeiten in Jerusalem, wir besuchten einen kleinen, aber netten Pub um ein paar Bier zu genießen und später sahen wir uns noch einen Innenstadtteil mit diversen Märkten und Läden an. Gegen Abend machten wir uns auf den Weg nach Tel Aviv um am Strand und Mittelmeer die letzten Stunden unseres Aufenthalt in Israel zu feiern. Doch auch der schönste Abend geht einmal zu Ende und somit begaben wir uns gegen drei Uhr morgens wieder zum Flughafen um in Richtung Heimat zu entschwinden. Wir verabschiedeten uns und flogen wieder mit Zwischenstopp und achtstündigem Aufenthalt!!!!! in Prag, zurück nach Deutschland. Dort angekommen fiel jeder von uns zu Hause in Tiefschlaf um die verlorenen 36 Stunden Schlaf nach zu holen. Im Nachhinein kann ich nur wiederholen, dass dieser kurze Aufenthalt in Israel wirklich einmalig für uns war, dass wir eine Menge Freunde dort gefunden und zurückgelassen haben und das wir alle jederzeit diese Reise noch einmal machen würden. Auch anzumerken ist, dass sämtliche angefallene Kosten (wir hatten nicht einmal 5 Cent in der Tasche) für uns komplett übernommen worden sind. Welcher noch so lukrative Veranstalter kann das schon von sich behaupten? Mittlerweile hat sich die Möglichkeit ein weiteres mal dorthin zu fliegen, wahrscheinlich für das nächste Jahr ergeben und wir warten schon jetzt voller Vorfreude darauf. Wenn jetzt die Stimmen einiger brauner Schwachköpfe laut werden: "Eure Freunde sind Juden...", dann kann ich nur dazu sagen, dass die Metaller und die Jugend in Israel sich genauso von dem verstaubten und verworfenen Glauben, welcher dort herrscht, distanziert und rebellisch verleugnet wie die Leute hier in Deutschland oder diverser anderer Länder in Europa. Der Unterschied ist nur, dass dies wesentlich glaubwürdiger erscheint, als dass das, was so mancher Evil-Metaller hier von sich behauptet. Außerdem wissen die Leute dort was Krieg und Leid bedeutet und sie leben bewusster und weniger ängstlich mit dieser Tatsache als eine Menge Leute hier, welche den Großteil ihres Lebens immer noch an der Brust ihrer Mutter hängen und nur stark sind, wenn sie sich als Deutsch bezeichnen oder mit leeren Worten um sich werfen können.
(Anm: Philipp: Der “Vorwurf“, als anti-religiöse Band jüdische Bekannte zu haben, wäre eh unsinnig, da jüdisch-sein nicht religiös-sein bedeuten muss, sondern einfach auch die ethnische Zugehörigkeit zum Judentum meinen kann. Ich habe tatsächlich in meinen Sprachkursen viele russische Kontingentflüchtlinge, alles jüdische Migranten, die sich als Atheisten bezeichnen!)
Philipp: Wie entstehen Eure Songs? Erst Texte oder erst Mucke? Schreiben alle Bandmitglieder zusammen, oder gibt es einen Hauptsongwriter?
Isegrim: Es gibt bei AEBA drei Hauptsongwriter, welche ich (Isegrim), Schattensturm und Exul sind. Wenn es gilt einen neuen Song zu kreieren, liefert einer von uns das Grundgerüst dazu, welches von Vornherein einige Grundvorstellungen beinhaltet. Gemeinsam mit allen Mitgliedern wird dann solange dran gearbeitet, bis das Endergebnis zu unserer Zufriedenheit steht. Dabei hat jeder Einzelne Gelegenheit seine Ideen und Kreativität mit einzubringen. Die Texte werden von mir und Schattensturm verfasst, wobei wir uns jene von Exuls Songs abwechselnd teilen. Es ist verschieden. Manchmal entstehen erst die Songs und die Texte werden im Nachhinein verfasst und manchmal existieren die Texte schon und werden lediglich den Songs angepasst.
Philipp: Welche TEXTE von Euch hältst Du für besonders gelungen?
Isegrim: Da wir die Texte für uns behalten und nicht veröffentlichen, wäre es unsinnig hier zu erzählen, welcher Text besonders gelungen ist. Unsere Texte beinhalten sehr intime Gedanken und Emotionen, welche sich auf unser Leben, unsere Erlebnisse und unsere Gefühle beziehen. Wir möchten nicht, dass unsere Sicht- und Gedankenweise falsch interpretiert oder übernommen wird, daher sind sie auch für Niemandem einsichtlich zu erhalten.
Philipp: Ich finde interessant, dass Ihr deutsche und englische Texte mixt. Wie kommt`s und werdet Ihr dat beibehalten?
Isegrim: Es war von Beginn an ein Markenzeichen von AEBA englische und deutsche Texte zu vereinen. Manche Redewendungen oder in Wort gefasste Gedanken können wir einfach besser in unserer Muttersprache zum Ausdruck bringen, da die Emotionen beim Aussprechen dieser Sätze oder Wörter einfach viel intensiver sind. Die englische Sprache eignet sich aber zum größten Teils besser, um Texte sachgemäß und wortgewandt zu verfassen und zu singen. Beides zu vereinen ergibt die perfekte Lösung für uns. Wir werden dies auf jeden Fall weiterhin so beibehalten.
Philipp: Habe neulich in einem MARDUK-Inti gelesen, dass die Band Keyboards absolut ablehnt. (Ablaze #42: “Dieses ganze Kling-Klong und Rumgesafte auf Tasten-... oder sonstigen Metal-untypischen Instrumenten gehört nicht in wahren Black Metal") Was sagt ihr als Keyboard benutzende Band dazu? Wie wichtig sind Euch die Keyboards?
Isegrim: Totaler Blödsinn, was die Herren von Marduk da von sich geben, da sie selbst auf ihren ersten drei Alben zum Teil Keyboards verwendet haben. Zumal diese Band sowieso einiges an Fragwürdigkeit in Bezug auf ihr Auftreten hinterlässt (Steinmeyer, Panzerdivision, Eiserne Kreuze usw) Nahezu lächerlich finde ich ihr Gehabe zu zahlreichen Kriegsthemen (man hat den Eindruck, Mutti hätte in Kindstagen den Umgang mit Spielzeugsoldaten und Panzern verboten...), aber das nur am Rande erwähnt. Ich finde es schon beeindruckend, dass die Black Metal Szene selbst in so banalen Punkten untereinander zerstritten ist. Heutzutage sind es weniger die großen Szenebands (-helden), die solche Kommentare von sich geben (von Marduk mal abgesehen). Ein großer Teil dieser Bands nutzt nämlich ebenfalls das Keyboard oder die Synths, um eine durchwachsenere und verbesserte Atmosphäre in ihren musikalischen Ergüssen zu erzeugen. Es ist viel mehr so, dass es eine große Anzahl von relativ neuen und jungen Bands gibt, die lediglich das nachplappern, was einige der wenigen älteren Bands mal erwähnt haben. Natürlich gibt es auch viel gut gemachte Musik ohne die Verwendung von Keyboards und die Musiker wissen auch durch eigenständige Kreativität und Ideen eine starke Atmosphäre zu erzeugen. Was ich aber total lächerlich finde ist, wenn man mich überzeugen will, dass wahrer Black Metal Keyboards nicht verwendet. Ich sehe dafür keine Argumentation, denn in dieser Musik geht es darum eine düstere, melancholische und hasserfüllte Atmosphäre in Verbindung mit Lyrik zu erzeugen. In dieser Hinsicht ist es mir recht, das Ziel mittels meiner ausgewählten Instrumentalisierung zu erreichen. Es ist Schwachsinn zu behaupten, dass die musikalische Verweichlichung durch die Instrumente erfolgt, oder hast du schon mal ein Instrument gesehen, welches Musik "weich" macht? Es sind die Musiker dahinter, die bestimmen, welchen Charakter ihre Musik beinhaltet. Wollen sie, dass ihre Musik seicht und zärtlich klingt, so bestimmen sie dies durch ihren Stil und die Art des Materials, welches sie erzeugen. Wir sind aber der Meinung, dass wir eine hasserfüllte und finstere Musik produzieren, trotz der von uns verwendeten Keyboards. Denn wir nutzen dieses um einen Hintergrundklang voller finsterer und imposanter Emotionen zu erzeugen. Ich akzeptiere jede Band, welche das Keyboard nicht verwendet und ich mag auch eine Menge Alben die ohne dies gut klingen, aber genauso erwarte ich auch, dass man unsere Meinung und die Tatsache, dass wir Keyboards verwenden akzeptiert. Viele der Leute, die solche Statements (Black Metal ohne Keyboard..bla,bla...) von sich geben, hören sich schon von Vornherein so manches gut gemachte Album nicht an, weil sie in ihrer eingeschränkten Sichtweise nur kurz lesen Keyboards...und sich dann ihre Meinung bilden, "ne, mag ich nicht..." Das ist einfach nur dumm in meinen Augen. Ich gebe zu, dass ich auch kein Freund der zunehmenden Elektronikeinflüsse im Black Metal bin, aber ich höre mir trotzdem das ein oder andere Album an, um mir eine objektive Meinung darüber zu bilden. Ich habe manchmal auch den Eindruck, dass so manche "Anti-Keyboard" Black Metal Band gar keine Ahnung hat, wie man ein solches Instrument bedient, geschweige denn wie man es einsetzt, sodass ihr dämliches Gelabere nur ein Armutszeugnis ihrer eigenen Unfähigkeit ist. Wir sind darauf bedacht Eigenständigkeit zu erlangen und gut gemachte Musik zu kreieren und nicht irgendeine belanglose Brazelkapelle zu sein die sich ständig wiederholt und das kopiert und nachäfft, was schon tausendfach vorher da gewesen ist.
Philipp: Was sind Eure musikalischen Einflüsse & Faves?
Isegrim: Auf AEBA hatten damals Bands wie Venom, Samael, Acheron, Darkthrone und alte Morbid Angel einige Einflüsse ausgeübt. Heutzutage gibt es kaum noch Bands, welche in irgendeiner Art und Weise einen Einfluss auf uns haben. Was die Faves betrifft würde ich sagen, dass Infernal Desaster so ziemlich alles vom Heavy- bis zum Black Metal hört und der Rest von uns eher im Thrash-, Death- und Black Metal Bereich anzusiedeln ist. Einzelne Bands hier zu nennen wäre etwas viel verlangt, da es doch eine Menge guter Songs und Bands gibt, die uns gefallen. Es ist nur so, dass man nie den Respekt vor der erschaffenen Musik verliert, aber doch manchmal vor den Menschen, die dahinter stehen.
Philipp: Wie wichtig sind Euch Live-Gigs?
Isegrim: Live-Gigs sind so eine Sache. Zum einen macht es schon Spaß diese zu spielen, zum anderen sind mit diesen aber auch meistens ziemlich viel Stress und Anstrengungen verbunden. Ich denke, dass es schon wichtig ist, sich als Band auch Live zu präsentieren, denn das erwarten die Fans auch und eine gute Atmosphäre auf einem Konzert kann zu einem unvergesslichem Ereignis werden. In unserer bisherigen Vergangenheit gab es nicht sonderlich viele Gigs. Wir hatten gute und auch schlechte Auftritte. Alles in allem waren wir aber mit unserer Live-Präsentation zufrieden. Bisher hielten wir es so, nicht allzu viele Gigs hintereinander zu spielen. Alle zwei bis drei Monate einen Auftritt zu absolvieren reicht uns völlig aus, denn eine Band die sich ständig und penetrant Live darbietet, verliert ihren Reiz sie anzuschauen. Zusammengefasst heißt dies, dass Live-Gigs schon eine Rolle für uns spielen, sie aber nicht zu einer der Hauptgründe zählen, warum wir Musik machen.
Philipp: Vielen Dank für das Interview, wat gibbet an letzten Worten für die StiAs da draußen?
Isegrim: Ich danke dir für das Interview, das damit verbundene Interesse und wünsche euch weiterhin Erfolg mit eurem Webzine. Ein Gruß geht an alle da draußen, welche AEBA unterstützen und wissen, welcher Geist unsere Art verkörpert. Diejenigen, die nun meinen uns aufgrund diverser Meinungsverschiedenheiten zu politischen, religiösen oder sonstigen Themen mit Kommentaren, Briefen und E-Mails belagern zu müssen, muss ich leider enttäuschen. Der Diskussionswille ist von unserer Seite her absolut nicht vorhanden. Wir wurden hier lediglich um ein paar Antworten zu oben genannten Themen gebeten, welche wir mit diesem Interview zum Besten gegeben haben. Nochmals möchte ich hier betonen, dass AEBA sich als Gemeinschaft absolut nicht! politisch kategorisieren lässt. Lediglich als Individium vertritt jeder einzelne von uns seine Meinung und Interessen, welche keinen Einfluss auf die Band und das damit verbundene musikalisch und textlich erschaffene Ergebnis ausübt. Dies zu akzeptieren bedeutet uns zu akzeptieren. Die Zukunft gehört den Gottlosen –
Wir werden ewig sein...
In Dunkelheit
Isegrim/AEBA
