GODLESS, XEPEREON / 13.05.2025 – Kiel, Schaubude im Hinterhof

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Da waren die indischen GODLESS doch bereits dreimal in Kiel und ich hab keinen dieser Auftritte besucht – Skandal! Zu diesem vierten Kiel-Gig (es soll Kieler Bands geben, die hier seltener gespielt haben…) bin ich aber am Start. Immerhin hatte ich die Band bereits 2019 auf dem MELTDOWN gesehen, als sie noch in anderer Besetzung unterwegs war. Mittlerweile gab es zwei Wechsel, und zwar jeweils eine am Schlagzeug und eine am Gesang. Mit dabei sind heute die mir noch unbekannten Kieler XEPEREON, deren Live-Premiere auf dem letztjährigen MOSH IM MAI Kollege Torsten als „düsteren Black Metal“ positiv bewertet hat. Geballer auffen Dienstag also, feine Sache!

 

GODLESS

Fotos von Torsten.

 

Hütte voll, alle gut drauf, nicht schlecht, Kiel! Indien, GODLESS, Abfahrt! Aber zuvor kippen Kinnladen herunter, denn was XEPEREON abziehen, knallt ja richtig gut rein. Und ich bin gleich überrascht, dass ich alle drei Bandmitglieder kenne. Denn die waren alle mal bei AEBA – sowohl Drummer Roman Szymura (auch ABOUT FADING, Ex-CTULU und live SOUL GRINDER) als auch Bassist Leon aka Warmaster (Ex-NECRODAEMON) sowie Schredderer und Schreigräte Schattensturm. Alles coole Projekte und Bands, aber bei XEPEREON übertrifft sich das Trio selbst. Was zieht denn der Schattensturm da bitte auf der Gitarre ab? Das ist zum Teil richtig komplex, dabei aber hochmelodisch und trotzdem voll auf die Fresse. Roman hat mich schon bei SOUL GRINDER mit seinem intensiven Spiel überzeugt, da gibt es Blastbeats und Groovepassagen, die einfach nur begeistern. Dazu grunzt Roman auch noch in ein Headmike, was die Black-Metal-Screams von Schattensturm top ergänzt. Und Leon lässt die Basssaiten knattern, bis es ihn selbst nicht mehr auf der Bühne hält und er spielend zwischen den Zuschauern bangt. XEPEREON wirken wie eine gut geölte Einheit und das Schöne ist, dass die Songs richtig gut reingehen. Als wir am Schluss gefragt werden, ob wir denn noch einen Song hören mögen, gibt das aber ordentlich Hallo! Geil, da freu ich mich jetzt schon auf den ersten Tonträger der Band!   

 

XEPEREONXEPEREON  

 

Nun wird’s gottlos! Ich erwähnte eingangs, dass Drummer Nikhil Rajkumar und Sänger Nangsam Lyngwa neu in der Band sind (seit 2024). Beide Personalien erweisen sich als stark. Die Snare hämmert einem so richtig schön das Hirn weich, der Gesang besitzt eine angenehm aggressive Note. Zusammen mit den beiden Gründungsmitgliedern Abbas Razvi (b) and Moiz Mustafa (g) bieten sie schnellen Death Metal zwischen CANNIBAL CORPSE, DEICIDE und MORBID ANGEL. Ich finde die jetzige Besetzung oder zumindest das heutige GODLESS-Konzert stärker als die 2019er Darbietung, sofern man sechs Jahre und hunderte Konzerte später überhaupt einen direkten Vergleich ziehen kann. Der Budensound brennt, sodass sich die Songs gut entfalten können. Da sind immer wieder ungewöhnliche Breaks und interessante Ideen vorhanden, welche die oben genannten Vergleiche ausdrücklich nur als ganz grobe Einordnung brauchbar erscheinen lassen. Hervorheben würde ich den Song „Amorphous Mass“, der mit Doublebass-Gekloppe, furiosen Riffs, Wutgrowls aus der Hölle und einem kühl-sinistren Solo keine Rübe ungeschüttelt lässt. Die von der Band erwünschten Circle Pits gibt es zwar nicht, aber alle sind begeistert und nicken mindestens mit, ist mein Eindruck. Danach schreite ich zur Ernte und gönne mir die neue EP „Genesis Of Decay“, die absolut weiterzuempfehlen ist.

 

GODLESSGODLESS

 

Abermals ein toller Budenbanger, der auch wieder gut angenommen wurde! Am Licht könnte die Crew übrigens noch etwas arbeiten, das ist häufig etwas monoton und macht es den Fotograf:innen nicht einfach. Ist momentan eigentlich der einzige Kritikpunkt, der mir zur neuen Schaubude einfällt.    

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