SAVAGE MASTER, SANHEDRIN / 26.05.2025 – Hamburg, Logo
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- Kategorie: Berichte aus dem Pit
- Veröffentlicht: Mittwoch, 28. Mai 2025 14:51
- Geschrieben von Philipp Wolter
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Nehmt endlich mal wieder ‘nen Wörterbuch zur Hand und schlagt unter „Geiles Billing“ nach! Und was steht da? Richtig, SANHEDRIN und SAVAGE MASTER! Wir so: Hin da!
Es gibt ja kaum einen entspannteren Anfahrtsweg als den zum Logo, wenn man von Kiel aus mit dem Zug fährt. Einfach in den Regio rein, Jobticket am Start, Dammtor raus, zweimal umfallen, schon stehste vorm Club. Der füllt sich dann auch hinreichend genug, um dem Heavy Metal zu frönen (ein paar Leute mehr dürfen es ja immer sein).
Fotos von Silvia Blaser
SANHEDRIN haben es tatsächlich geschafft, vier Volltreffer in Reihe zu kreieren. Alle landeten zu Recht auf der Pole Position des DEAF FOREVER und bekamen eigentlich auch überall sonst Top-Kritiken. Das New Yorker Trio hat es in meinen Augen perfekt drauf, schnörkellosen Heavy Metal so zu spielen, dass er gleichzeitig eingängig und abwechslungsreich ist. Auch heute – für mich ist es die fünfte SANHEDRIN-Show – kommt das so selbstverständlich und unaufgeregt rüber, dass man sich einfach nur fallen lassen kann. Gitarrist Jeremy Sosville verspricht uns, dass wir heute diverse neue Stücke von „Heat Lightning“ zu hören kriegen. Folgerichtig geht das Konzert dann auch mit „Blind Wolf“ und „Let’s Spill Some Blood“ los. Alle Facetten, die man an SANHEDRIN liebt, sind sofort da: Der unverwechselbare Gesang von Erica Stoltz, das lässige Spiel des Drummers Nathan Honor, die geschmackvollen Soli und Riffs Sosvilles. Mit „Correction“ zeigt sich ein weiteres Element, nämlich die coolen Backingchöre, hier fast schon Shouts. Bei vier Alben haben SANHEDRIN natürlich bereits den Punkt erreicht, bei dem sie auswählen müssen und so auch Fan-Favoriten fehlen werden. Ein Luxusproblem, zumal mit „Lost At Sea“, „Scythian Women“, „The Getaway” und “Riding On The Dawn” eine tolle Setlist vorliegt, an der ich nichts zu meckern habe. Tighte Darbietung!
Für manche haben sich SAVAGE MASTER mit „Dark & Dangerous“ fast schon zu sehr weiterentwickelt. Die Band klingt nicht mehr so rumpelig, Stacey Savage singt „richtig“ und ja, es wirkt insgesamt alles etwas glatter. Aber solange dabei totale Smasher wie „Devil Rock“, „Warriors Call“, „Never Ending Fire“ oder „Black Rider“ dabei sind, ist mir das wumpe. Es zeigt sich dann auch, dass gerade diese Dinger live zünden ohne Ende. Die Band hat es eh drauf, eine Show abzuziehen, die richtig reinpeitscht, Stacey zieht alle Register, präsentiert verschiedene Outfits, die Siggi Sick (R.I.P.) sicherlich zu ausschweifenden Metaphern animiert hätten. Auch präsentiert sie Objekte, die auf jede anständige Satansmesse oder mindestens in jeden Swingerclub gehören: Die Gurke, die Reißzwecken, den Fön! Oder auch einen Dolch, einen (mit Blut) gefüllten Kelch und den obligatorischen Kerzenleuchter. Die Masken sitzen, die Riffs brettern und die Meute bangt sich bald die Köpfe ab. Es schreddert und rattert so herrlich, das musst du erlebt haben! Neben den bereits erwähnten Stücken begeistern vor allem „With Whips In Chains“, „Myth, Magic And Steel“, „The Ripper In Black“ (einfach bester Song!), „Ready To Sin“ und „Flyer In The Night“. Ich erwähnte es bereits im letzten Review, dass Adam Neal mittlerweile von der Gitarre auf den Bass gewechselt ist. Jetzt kann ich fest sagen, dass er diesen Job genauso würdevoll und gelassen erledigt. Sensationell!
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