EXODUS, SACRED REICH, BATTLECREEK / 10.06.2025 – Hamburg, Markthalle
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- Kategorie: Berichte aus dem Pit
- Veröffentlicht: Freitag, 27. Juni 2025 12:56
- Geschrieben von Philipp Wolter
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Zwar ist es noch nicht mal ein Jahr her, dass ich EXODUS zuletzt sah (und sogar selbst mit CATBREATH supporten durfte), aber der Bock aufs heutige Konzert ist dennoch riesig. Daran kann nicht mal die Tatsache etwas ändern, dass der für mich bessere Sänger (Zetro) abermals durch Rob Dukes ersetzt wurde. Durch die Lektüre von Gary Holts Autobiografie „A Fabulous Disaster“ ist nämlich die EXODUS-Sucht noch übers normale Maß hinaus gestiegen, dazu sind ja heute noch SACRED REICH dabei sowie eine weitere, mir bisher nur vom Namen her bekannte Band, BATTLECREEK. Triple Thrash Treat!
Bilder von Toni B. Gunner (https://toni-gunner.de/concerts/) und Wari Wahrhaftig.
Die Bahn kommt mit ca. 15 Minuten Verspätung in Hamburg an, wodurch ich den Großteil von BATTLECREEKs Set verpasse. Ich war auch ohnehin spät dran. Zum Glück weiß ich zu diesem Zeitpunkt nicht, was auf der Rückfahrt passieren wird…Ich sage nur 03:30 Uhr Ankunft in Kiel… Aber gerade thrashen BATTLECREEK, und das mit gehöriger Power und bei gutem Sound. Fix geballerte Stücke wie „Kill Or Be Killed“ oder „Redneck Riot“ sorgen bereits für erste Action im Pit. Der Mob ist willig und mir fällt auf, wie viele junge Leute dabei sind. Zeichnet sich ein erneutes Thrash Revival ab? Nur her damit!
SACRED REICH zeigen sich in wirklich allerbester Verfassung. Thrash wie Sahne, und dazu ein toll aufgelegter Phil Rind. Fast hätte ich geschrieben, dass die Ansagen das Beste am Gig sind, aber das hätte unterschlagen, auf welch hohem Niveau die Band spielt. Trotzdem geht mir das Herz auf angesichts von derart viel Liebe und positiver Einstellung, die hier zur Schau gestellt wird. Den Hatern und MAGA-Spacken entgegen Phil: „Make America KIND again!“ Danke! Mit „The American Way“ geht es auch los – selten war dieser Text aktueller. Da die Comebackplatte „The Awakening“ so gut ist wie die Klassiker, spielen SACRED REICH ausschließlich Hits. „Divide & Conquer“, „One Nation“, „Love… Hate“, „Salvation“, das von der ganzen Halle mitgesungene „Who’s To Blame“, „Independent“ und die Old-School-Granate „Ignorance“ sorgen für Freudentränen, blaue Flecken und viel verkipptes Bier. Doch es geht noch geiler: „War Pigs“ ist zurück im Set und unterstreicht, dass wohl keine andere Band der Welt jemals so gekonnt BLACK SABBATH gecovert hat. On their knees, the war pigs crawling! Oh, Lord, yeah! Und danach kommt natürlich noch der SR-Smasher schlechthin, „Surf Nicaragua“.
Welche Band kann danach noch auf die Bühne gehen und Thrash Metal spielen, ohne sich zu blamieren? Well, fucking EXODUS! They are crushing fools. They make your band look bad! Aber im Ernst: Das Level an Aggressivität ist fast schon absurd. Die Band spielt so tight, die Riffs schneiden und sägen, bis es körperlich wehtut. Natürlich ist es ein angenehmer Schmerz. Mit „Bonded By Blood“ setzen Gary Holt & Co. gleich ein dickes Ausrufezeichen, der Pit explodiert, Crowdsurfer fliegen tief. Den zweiten Song erkenne ich als einzigen nicht, nach Recherche weiß ich, dass es sich um „Iconoclasm“ handelt, eigentlich ein guter Song, aber aberwitzig schnell gespielt und alle folgenden Tracks finde ich persönlich besser. „And Then There Were None“ stampft alles zu Klump, ein Stück, welches EXODUS hoffentlich niemals aus der Setlist nehmen! Beim folgenden „Children Of A Worthless God“ zeigt Dukes, dass er durchaus nicht nur brüllen kann. Ich bin zwar eher im Team Zetro, aber was immer hinter dem Wechsel stecken mag, die Entscheidung liegt bei der Band. Es gibt ja Combos, die geradezu von der Stimme definiert werden, bei EXODUS passiert so viel mehr. Was Tom Hunting wegtrommelt, ist allein schon das Ticket wert, dazu schreddern und donnern Gary Holt, Lee Altus und Jack Gibson wie die Gestörten. Meine Faves des Sets? „Fabulous Disaster“, „Brain Dead“, „Blacklist“, „The Beatings Will Continue”, “A Lesson In Violence”, “War Is My Shepherd”, “The Toxic Waltz” und das alles vernichtende “Strike Of The Beast”. Ja, es fehlen noch diverse Klassiker, ich würde z.B. gern mal wieder „Seeds Of Hate“, „Impaler“, „Pleasures Of The Flesh“, „Metal Command“, „Low Rider”, “The Last Act Of Defiance” oder “Scar Spangled Banner” hören. Aber ich bin nassgeschwitzt bis auf die Unterbuxe und alle Anwesenden sehen fertig, aber glücklich aus. Good friendly violent fun!
WHY SO HEAVY!

Kommentare
Danke DIR wiederum. Beide Bands lohnen sich immer. Phil Rind kann man echt nur lieben!
Grüße!
zitiere Nico666:
Danke für deinen Bericht und deine Eindrücke. 3 Hammer Bands und sicher ein Mega Abend
Leider hat Exodus den 2023 Mannheim Gig absagen müssen hätte sie gerne gesehen mit Testament und Voivod wäre das ein Brett gewesen
Sacred Reich hat sich mittlerweile zu einem meiner Lieblings-Live-Gigs gemausert! Phil hat ne geile Attitüde. Dem würde Fat Freddy gefallen
Gruß Nico
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