TYSON – „Return Of The Beast“ (LP, Heavyweight Music)

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TYSON -

 

Wie sehr es sich lohnt, wenn eine Band lange am Ball bleibt und in die eigene Weiterentwicklung investiert, zeigt sich am Beispiel von TYSON. Ich erinnere mich, dass Kochi (v, b) mal in einem Post über eine frühe Veröffentlichung schrieb: „Als wir noch dachten, wir seien eine Hardcore Band“. In ihrer fast 20 Jahre langen Existenz schälte sich immer deutlicher die wirkliche Identität heraus: Thrash Metal!

Nun sind die Biester zurück und präsentieren ihr neuestes Werk auch endlich in Vinylform. Diese vierte Scheibe hat in meinen Ohren die bisher beste bzw. passendste Produktion (Ulf Nagel, Demolition Room) bekommen und drückt herrlich wuchtig und gleichzeitig transparent.

Die Stärken von TYSON dürfte jeder Kieler, jede DreMu-Leserin ja kennen: Der wirklich sehr variable Gesang Kochis und die unfassliche Gitarrenarbeit Pierre Dappers (gibt es eigentlich schon einen Begriff für seine Spieltechnik, die sich von seinem Namen ableitetet? Ich schlage das Dapping vor.). Erfreulicherweise schlägt sich das Ganze immer wieder in richtigen Hits nieder, in der Vergangenheit z.B. „The Storm“ oder „Moshpit Alliance“.

Und die Quote an Volltreffern ist auf „Return Of The Beast“ so hoch wie nie. Die Refrains von „Nowhere Home“, „Mexican Death“, „Bury Me In Darkness“ oder „Evolution Of Corruption” bekommt man nicht mehr aus der Birne. Generell drängen die Songs nach vorne, bei „Apocalypse Survivor“ verspüre ich tatsächlich bei jedem Hören eine BONEHOUSE-Assoziation. Mal klingt Kochi maximal angepisst und schreit dabei wie ein genervter Schmier, der im Tourbus Besinnungs-Backpfeifen verteilt. Dann wiederum setzt er seine klare Stimme ein, was im Kontext hervorragend funktioniert.

Angesichts der gesellschaftlich und mittlerweile auch im Metal verbreiteten indifferenten Haltung zu politischen Themen freue ich mich immer über intelligente Texte. Den Heile-Welt-Spackos halten TYSON das Szenario vom „Nuclear Assault“, der drohenden Apokalypse, Korruption (inkl. Lemmy-Sample) oder „Poisoned Apples“ vor Augen.

Das Vinyl läuft top, besitzt eine ansprechende Pressqualität und nicht zuletzt ein gelungenes Stoeckicht-Cover (TYSON fragten mal nach einem Namen für den apokalyptischen Gärtner, ich vote für GÄRTI, DEN ERNTEHELFER).   

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