WASABI RIOT – „Trans Rosa“ (LP, Gunner Records)

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WASABI RIOT_Trans Rosa

 

Wer als Musiker:in viel unterwegs ist (Proben, Konzerte, Vorproduktionen, Plattenaufnahmen, einfach so abhängen), weiß: Das ständige Snacks kaufen an irgendwelchen Bäckereien, Imbissbuden oder gar Tankstellen kann teuer werden. Gesund ist der Fraß auch eher selten. Die perfekte Lösung stellen Mini-Harzer Roller (in manchen Regionen auch: Harzinger) dar. Fettarm und proteinreich, häufig auch in wiederverschließbarer Aromabox erhältlich! Nur schmecken die Biester etwas dröge, wenn man sie einfach so blank verspeist. Aber mit extrascharfem Senf oder etwas Wasabi gerät dieser Hungerstiller-auf-der-Straße zur Sensation auf den Geschmacksknospen! Die Schärfe wandert über den Mund durch den Rachenraum und kitzelt bei gelungener Dosierung so herrlich in der Nase, dass es einer Explosion gleichkommt, ja, geradezu einem Aufstand.

 

Dass hinter WASABI RIOT gestandene Road Dogs stecken, macht die obige These zur Namensgenese umso wahrscheinlicher: AFFENMESSERKAMPF, TACKLEBERRY, KATZENSTREIK, SPITACID waren und sind bisherige und aktuelle Bands der drei Mitglieder. Namedropping sagt noch nichts über die Qualität einer Platte aus, aber ein wenig hilfreich dürfte es zur Einordung schon sein. Hardcore und Punk kommen bei diesen Verweisen sofort in den Sinn, gleichzeitig ist klar, dass es sich nicht um stumpfen Prügelcore handeln kann und der Punk hier großgeschrieben wird.

Der Opener „Trans Rosa“ drängt mit positiver Energie nach vorn, ich empfinde die Wirkung schon musikalisch als lebensbejahend und kämpferisch. Das bestätigt auch der Text, der bei allem Zorn („Alles ist im Schutt, die Erde ist weg“) die Möglichkeit betont, dass eine bessere Zukunft möglich ist („Wir helfen, ins Rosa zu gehen / Es ist jetzt Zeit, neue Wege zu gehen“).

Der Gesang (v: Bolle) gefällt mir, eindringlich, angepisst, aber vor allem melodisch und immer wieder mit originellen rhythmischen Ideen. Die Produktion lässt den Vocals hinreichend Raum, gleichzeitig stehen die Gitarren mit ihrem treibenden und aggressiven Charakter im Fokus, ohne alles wegzubügeln.

Auf „Trans Rosa“ gelingen der Band mehrere Volltreffer, ich empfinde aktuell den Titelsong (postpunkiges Intro, dann geht’s ab), „Feuertonne“ („Das sind Räume, die wir neu kreieren / hier haben sie keine Macht“), „Swing Anyway“ („Swing Punx stehen immer wieder auf“) und „Fluch“ (Es ist wie ein schwarzes Loch / Und wir werden es transformieren“) als Höhepunkte.

Insgesamt vermittelt das Album eine mitreißende Aufbruchsstimmung, begeistert durch diverse impulsive Momente, frische Ideen und Texte voller Hoffnung, die ich sehr gelungen finde. Von der Aufmachung und Ausstattung her ist alles top, wie von Gunner Records gewohnt.

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