TRIUMPHER, SCAVENGER / 02.04.2026 – Hamburg, Bambi Galore
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- Kategorie: Berichte aus dem Pit
- Veröffentlicht: Sonntag, 12. April 2026 20:12
- Geschrieben von Philipp Wolter
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TRIUMPHER habe ich bisher immer verpasst, obwohl sie zu meinen aktuellen Lieblingsbands zählen und bereits auf dem KEEP IT TRUE RISING und dem HELL OVER HAMMABURG spielten. Umso wichtiger und schöner, dass die Band nun auf Tour geht und im Bambi zockt! Ich meine – was geht in Griechenland! Eine kultige Truppe nach der anderen erscheint wie aus dem Nichts und reiht sich in die Reihe geiler Griechen ein, z.B. LEATHERHEAD, BLACK SWORD THUNDER ATTACK, YOTH IRIA, MACABRE OMEN, SACRED OUTCRY, PROTEAN SHIELD, SACRAL RAGE oder eben TRIUMPHER.
Und dann kommen sie auch noch im Paket mit SCAVENGER, der kultigen belgischen 80er Truppe, die sich 2018 neu gründete. In dieser 2018er Besetzung spielten noch zwei Originalmitglieder, die mittlerweile ausgestiegen sind. Somit kann man über die Namensberechtigung streiten, aber was soll’s. das Bambi-Team hat für die Sammelkarte den Kompromiss „Level: 10“ gefunden. DreMu sagt: Let’s bang some heads!
Bilder von MJ.
Ist es ausverkauft? Falls nicht, dann zumindest nah dran. Ich finde jedenfalls keinen Platz mehr an der Garderobe und knülle meine Jacke in eine dunkle Ecke. Alle üblichen Verdächtigen sind da, der Bock ist förmlich mit allen Sinnen greifbar.
Antwerp Attacke! Die Begier:innen SCAVENGER legen los. Im Grunde sind sie besser als die alte Combo, die 1985 „Battlefields“ veröffentlicht hat. Das Tempo ist höher, die Melodien zwingender und Tine Lucifera ist eine energische Metalsängerin mit Schmackes und Rotz auf den Stimmbändern. Ansagen werden auf das Nötigste reduziert, dafür wird satt geballert. Von der alten Scheibe gibt es lediglich drei Nummern, glaube ich („Battlefield“, „Into The Fire“ und „My Ears Are Ringing“), dafür vieles von der 2024er „Beyond The Bells“. Vor allem „Black Witchery“, „Nosferatu“, „Defiler“ und „Watchout!“ läuten ordentlich die Glocken, während „Red Hot“ ein schmissiger Fistbanger mit Mitschmetterqualitäten ist. Der Bassist hängt sich mit viel Bewegung in die Show rein, Tine Lucifera kommandiert die Horden und kann danach am Merch eine Menge Platten und Shirts absetzen. Top!
Konzert oder Ritual? Weiß man ja heute auch nicht mehr. TRIUMPHER transformieren den Spirit von MANOWAR jedenfalls in etwas Dunkleres. Natürlich ist vor allem die Epik der Vorbilder das verbindende Element, aber angereichert um Blastbeats und progressive Elemente. Absolut erstaunlich ist dabei die Ähnlichkeit von Mars Triumph‘ Stimme mit der des jungen Eric Adams, gerade wenn der TRIUMPHER-Shouter mit glasklarer Stimme singt. Wobei er auch viele harsche Parts bringt, in denen er aggressiv schreit. Die reine Live-Power hätte für mich schon gereicht, on top kommen ab und zu orchestrale Backing Tracks. Bei bisher immerhin drei Scheiben können die Griechen aus dem Vollen schöpfen und versetzen die Bambi-Meute in Ekstase. Erst nach sieben atemberaubenden Nummern („The Mountain Throne“!) gibt es eine kleine Pause, wobei dies nicht für den Drummer gilt, denn der erst 20igjährige setzt jetzt zu einem Solo an. Eine gelungene dramaturgische Steigerung, denn ohne dass es jemand geahnt hätte, folgt zu Ehren von Ross the Boss eine Coverversion von „Blood Of My Enemies“. Besser kann man das Ding nicht covern, absolut göttlich. Natürlich singen die Leute jedes Wort mit und schrauben die Gesamtlautstärke noch in die Höhe. Nach dem offiziellen Ende gehen die Leute derart steil, dass sie minutenlang „We wat more“ brüllen. Die Band kommt grinsend zurück und hängt tatsächlich noch einen ran. Ich sehe wirklich niemanden, der diesen Auftritt nicht genießt. Auch die Musiker strahlen eine positive Besessenheit aus. Das war reinster Epic Metal mit einem Weltklassesänger!
Dieser Abend wird in Erinnerung bleiben. Mögen beide Bands bald wiederkommen!
