ALKALINE TRIO, ANTHONY GREEN AND THE BOOM DONE BAND / 01.07.2026 - Hamburg, Große Freiheit

1 Dislike0

Ich hatte im Vorfeld eine ähnlich vollgepackte Venue wie am Vortag bei Social Distortion in den Docks erwartet. Auch, weil ihre Präsenz in good ol’ Europe eher rar gesät ist (bzw. wenige wohl ausgewählte Locations). Ferner bin nicht der einzige, der der Meinung ist, dass die jetzige Phase von ALKALINE TRIO ihre vielleicht auch stärkste ist (können nicht allzu viele Bands von sich behaupten). Das letzte Album „Blood, Hair, and Eyeballs“ hab ich wirklich unzählige Male gehört und auch die letzte Dreier-Single fand ich einfach nur gut. Einige ihrer besten Songs ever sind darauf zu hören.  

 

ALKALINE TRIO

 

Um jetzt mal den Bogen zu spannen: all das (+ der Gerüchte, dass Travis Barker bei der Tour trommeln sollte) führte leider nicht zu dem selbigen Ergebnis einen Tag zuvor in den Docks. (Un-)Fun Fact: ich hatte eine Diskussion, ob Docks oder Gr. Freiheit größer ist. Trotz diverser Quellen fällt ein abschließendes Fazit schwer (die Zahlen variieren ziemlich).  Nun, denn! Im Nachhinein war es für die Zuhörenden einfach auch angenehmer in vieler Hinsicht, dem Konzert zu lauschen. Der Gang zur Toilette, die (schnelle) Möglichkeit, ein Getränk zu ordern, sowie die Tatsache, dass man nicht dicht an dicht gedrängt easy einen guten Sichtplatz ergattern konnte. 

 

Zu Beginn (ich habe die Vorband leider fast in Gänze verpasst, Klönschnack draußen bei gutem Wetter war nicht nur bei mir der Grund…aber ich habe vereinzelte Personen mit Merch von ihnen gesehen, scheint also einigen gefallen zu haben) konnte man fast schon befürchten, dass es traurig vom Zuspruch her werden würde. Oben war abgesperrt und der Raum vor der Bühne noch eher geht so gefüllt. Zum Glück änderte sich das noch, sodass man sagen konnte, dass es ganz gut gefüllt war. 

 

ALKALINE TRIO

 

Ich gucke selten im Vorfeld bei setlist.fm, welche Songs an den vorherigen Konzerten gespielt wurden. Dieses Mal (und bei Social D.) habe ich es getan! Und wie bei Social D. war die Setlist identisch mit denen aus der jüngsten Vergangenheit. Hat seine Vor- und Nachteile. Zum einen kann man sich (vor-)freuen (oder sogar den Toilettengang danach ausrichten), zum anderen entsteht womöglich eine kleine Enttäuschung, weil Lieblingslied XY nicht gespielt wird. Sie setzte sich zumindest aus all ihren Schaffensphasen zusammen und war gut ausgewählt. Mit „Private Eyes“ stiegen sie in das rund 20 Songs umfassende Set ein. Und das Publikum ging zugleich drauf ein (auch wenn DIE Megaeuphorie vielleicht nicht entfacht wurde) in diesen speziellen Lieder-Mix aus Düsternis, Morbidem, Persönlichem mit der Extra-Portion Zuckerguss obendrauf). Einen Sinn für wirklich tolle Gesangsharmonien inklusive -Melodien, die einem schwer aus dem Ohr gehen, haben sie, das ist wohl schwer abstreitbar! Für mich waren so einige Highlights dabei (wobei ich den Titelsong gleichnamigen letzten Albums vermisst habe…krasser Luxus auf solch ein Lied verzichten zu können), „Bleeding Out“ (lief eine Weile fast in Dauerschleife) war für mich glaube ich aber der „Peak“! Als Fanboy (vielleicht auch eher der zweiten Stunde, ich feier nicht alles komplett ab, aber in der Summe muss man das ersma hinkriegen, so viele Songs für die Ewigkeit zu schreiben!) habe ich aber den ganzen Abend das Lächeln nicht aus dem Gesicht gekricht. Zum Abschluss „Warbrain“, gefolgt von „Radio“ , zu spielen, war natürlich auch sehr schlau (ich stehe ja auch immer auf einen gewissen Spannnungsbogen wie beim Film während eines Gigs), wie zahlreich darauf wartende und mitsingende Leute bewiesen. Dass Matt Skiba die ganze Zeit aufgrund eines Motorradunfalls auf einem Stehstuhl absolvierte, hab ich beknackterweise erst im Nachhinein gecheckt. Leider war dieser Unfall auch der Grund dafür, dass kurze Zeit später sämtliche Termine und somit deren weitere Europa-Tour abgesagt wurden. Ich hoffe, er ist allmählich wieder wohlauf! Ich habe mich auf jeden Fall wahnsinnich gefreut, sie noch sehen zu können (wenn auch angeschlagen), der neue Drummer ist btw. auch ein Tier an den Fellen!

 

Fazit: Außergewöhnliche Band! P.S.: Geht weiter fleißich zu Konzerten! Auch wenn der Alltag mit all seinen nervigen Randerscheinungen mitunter ein Hindernis darstellen kann: das Gefühl währenddessen und das selige Gefühl danach ist einfach mit wenigen Sachen zu vergleichen!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv