RONG KONG KOMA, ANGORA CLUB, HOTEL KEMPAUSKI / 11.09.2026 – Kiel, Hansa48

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Mensch, die Hansa48 bietet in letzter Zeit und auch demnächst ja eine interessante Veranstaltung nach der anderen! Heute rufen ANGORA CLUB zur Release Party, tüten gleich die Kolleg:innen HOTEL KEMPAUSKI sowie RONG KONG KOMA mit ein, demnächst präsentiert Geburtstagskind Jörki das HEDVIG MOLLESTAD TRIO und dann locken in Bälde Klamotten wie OAKFARM, BAKER SEATS oder AUSGESTORBEN. Nicht zu vergessen der gemütliche Musik Flohmarkt! Dafür darf man dem bärtigen Delfin und seinem Team dankbar sein. 

Die Zielgruppe ist erreicht worden, es sind so ziemlich alle Nasen vor Ort, mit denen zu rechnen war. Die Hansa48 zeigt sich also gut gefüllt. Die Vorfreude wächst, ist doch „Herz voran“ wieder ein echter Knüller geworden!

 

ANGORA CLUB

Bilder von MJ.

 

Die Reihenfolge ist immer eine schwierige Frage. Soll die lokale Band am Ende spielen oder eher die am weitesten gereiste? Bei fünf Bands kann die letztere Variante für den vermeintlichen Headliner auch mal Totentanz bedeuten. Die letzte Bahn ist gefahren, der verbliebene Rest Freaks bewegt sich zwar zu deinen Songs, aber diese Zuckungen könnten auch eher unkontrolliertes Torkeln sein als Pogo. Zum Glück ist das in der Hansa48 und bei überschaubaren drei Bands ziemlich egal und man kann sagen, dass die Stimmung bei allen drei Bands ausgelassen ist. „Headliner“ gibt’s heute eh nicht, also let’s go!

 

HOTEL KEMPAUSKIHOTEL KEMPAUSKI

 

Bei HOTEL KEMPAUSKI herrscht zu Beginn allerdings noch der nordisch-höfliche Repektsabstand, den einst POWER mit „Half-Circle Culture“ besangen (an den Knöppen steht heute übrigens JoyBoy). Schrammi füllt den Halbkreis sofort und tigert hin und her. Als regelmäßiger HOTEL KEMPAUSKI-Konzertbesucher nehme ich wahr, wie sehr sich das Zusammenspiel verbessert hat. Bassistin Lisa spielt und singt zusehends souveräner, so wie die wechselnden Gesangsbeiträge überhaupt bissig kommen. Es handelt sich somit nicht um einen „eher gemütlichen“ HOTEL-KEMPAUSKI-Gig! Dazu sitzen die Attacken auf Trump, selbstverliebte Rockstars, urbanen Lifestyle zu scharf. Schrammi kündigt einen neuen Song an, dessen Text er vom Notenständer abliest, inspiriert von GWI-Jochen in „ähnlich gelangweilter Form“, der natürlich auch anwesend ist und die Ansage mit Gleichmut hinnimmt. Gutes Ding, Titel hab ich nicht mitbekommen. „Pünktliche Punks“ muss heute ohne Mellis Gastbeitrag auskommen, einerseits schade, gleichzeitig auch nachvollziehbar, dass der Move nicht zum Standard werden soll. „I wanna be your dog“ kommt super und zeigt noch mal ‘ne andere Seite der Band. Am Ende tanzen viele, so soll es sein.

 

HOTEL KEMPAUSKIHOTEL KEMPAUSKI

 

ANGORA CLUBANGORA CLUB

 

„Herz voran“ heißt das dritte Album von ANGORA CLUB und ich hatte das Glück, frühzeitig ein Vinyl-Exemplar fürs MIND THE GAP zugeschickt bekommen zu haben. Ich verrate schon mal, dass ich total begeistert bin, decken die Flensburger wieder ein breites Spektrum von punkig-aggressiv („Sonderling“) über traurig („Cäcilie“) bis hin zu melancholisch/nachdenklich („Es wird einmal“) ab. Das gibt’s auch heute beim Konzert, welches jetzt endgültig Tanzwut im Mob entfesselt. Der Sound ist (wie bei allen Bands heute) aber auch geil! Ich besitze zu wenig Kenntnisse über Frequenzen etc. und weiß daher nicht, wie sinnvoll zwei Bässe bei einer Punkband sind, aber Fakt ist, dass es funktioniert. 4- und 5-Saiter harmonieren im Gesamtbild und Simon & Helge spielen auch nicht stumpf dasselbe. Ehrlicherweise achte ich aber auch mehr auf Knotts Gitarre, dessen Riffs und Harmonien einfach der Hammer sind. Ollis rau-melodiöser Gesang passt herrlich dazu und so wird auch dieser ANGORA-CLUB-Auftritt ein reiner Genuss. Als Zugabe spielen sie „Minusmann“ mit Schrammi als Gastsänger – Begeisterung!

 

ANGORA CLUBANGORA CLUB

 

RONG KONG KOMARONG KONG KOMA

 

RONG KONG KOMA sah ich 2022 auf dem MOORLOCH-Festival (schade, dass es dieses tolle Event nicht mehr gibt!) und fand den Auftritt ziemlich gut. Heute legen sie ein paar Schippen drauf! Zunächst denke ich noch, dass die Luft jetzt dünn werden konnte, aber viele Besucher:innen gönnen sich nur ein Päuschen und trudeln nach und nach wieder ein. Die Berliner bringen derart viel Action auf die Bühne, dass spätestens nach 15 Minuten die Hütte brennt. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber da ist ständig Bewegung, ohne dass es zu einstudiert wirkt. Die Songs gehen gut rein, man könnte das wohl als punkigen Rock mit im positiven Sinne poppigen Melodien bezeichnen. Die Band besitzt aber hinreichend Reibung, als dass es zu glatt wird. Das Schlagzeug treibt die Chose voran, der Gesang changiert zwischen einschmeichelnd und aggressiv, der Sänger Sebastian Kiefer besitzt definitiv eine charismatische Röhre. Ich weiß natürlich nicht, wie viele Leute RONG KONG KOMA vorher kannten, habe aber den Eindruck, dass die meisten sie eher noch nicht gesehen oder gehört hatten und vom Konzert total abgeholt wurden. Den Mob derart in Rage und Begeisterung zu versetzen, ist definitiv eine Leistung.

 

RONG KONG KOMARONG KONG KOMA

 

Herrlicher Abend – sogar noch besser als erwartet.

 

RONG KONG KOMA

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