DIE BULLEN, ANGORA CLUB / 05.10.2019 – Kiel, Schaubude

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DIE BULLEN haben etwas geschafft, was ich noch vor wenigen Jahren zumindest bezweifelt hatte: Sie haben ihrer guten ersten LP einen noch besseren Nachfolger zur Seite gestellt. Es gab Leute, die bezüglich einer Fortsetzung der Bandgeschichte den Spruch brachten, dass ein Witz nicht besser werde, wenn man ihn nochmal erzähle. Das stimmt zwar, passt aber hier gar nicht, sondern auf STEEL PANTHER oder JBO-Gülle. Denn auch auf dem ersten DIE BULLEN-Album gab es keine oberflächlichen Spaßtexte, und jetzt ist es der Band eben gelungen, sich gewissermaßen selbst neu zu erfinden. Düsterer, ernster ist es bisweilen, was „Einigkeit und Recht und Sicherheit“ textlich bringt. Aber auch realistisch, zum Teil gar eher eine Analyse der Verhältnisse als überzogene oder/und provokative Polemik. „Jemand wird Bulle sein“: „In einem Land voller Mitläufer und Biedermänner findet man immer einen willigen Befehlsempfänger / der auch gerne mal ein heftiger Vollstrecker wäre. / Der Beruf beruht auf Macht, Gewalt und Angst / Das klingt jetzt erst mal negativ, aber wenn man damit das zu kurz geratene Ego pushen kann, wird jemand Bulle sein.“

 

DIE BULLEN

Bilder von PROJEKT STEREO BAR - Jören Gloe, https://www.facebook.com/projektstereobar/ 

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WACKEN OPEN AIR XXX / 01.08.2019 – Wacken, Tag 2

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Philipp: Zweiter Tag – Zeit für eine kurze Zwischenbilanz, was sich in Wacken eigentlich verändert hat. Was uns naturgemäß als erstes auffällt, ist die deutlich verbesserte Duschsituation aufm Pressecamper. Endlich mal (wieder) große Container und nicht mehr diese paar Kabinen in zwei Wagen. Das Wasser ist warm bis heiß, die Wartezeit selbst zu den Stoßzeiten kurz. Geil auch, dass Grilly Idol-Robin einen Wagen im V.I.P.-Bereich stehen hat – das dürfte den größten kulinarischen Upgrade in der Geschichte des W:O:A bedeuten. Ich probiere über die vier Tage alle Veggie-Varianten durch und bin begeistert vom Holy Lemmy-Burger (checkt: Aloha Dogs, Grilly Idol). Etwas ratlos stehe ich diesem Kaufland-Supermarkt gegenüber, der jetzt auf dem Campingplatz steht. Standgebühr angeblich 150000,- Euro, schwarze Zahlen ab Freitagabend, wurde mir berichtet, vielleicht alles Folklore. Ich geh eh nicht rein. Ein richtiger Abfukker aber ist die Tatsache, dass kurz vor den Einlasskontrollen ein fetter Stand der BUNDESWEHR steht. WTF? Die Orga rechtfertigt es wie folgt: „Das Festival ist in seiner Geschichte schon einige Male im Schlamm versunken und es ist gut möglich, dass wir ohne die Bundeswehr dieses Jahr nicht das 30., sondern das 29. oder 28. W:O:A feiern würden, denn die tatkräftige Unterstützung mit befahrbaren temporären Straßen hilft uns seit Jahren die Flächen auch bei schwersten Bedingungen noch befahren zu können. Vor Ort wird euch ein attraktives Programm geboten, dazu gibt es ganztägig ein kleines Fitnessprogramm für alle unter euch, die auch auf dem W:O:A keine Trainingspause einlegen wollen.“ Äh… - nein, Danke!

 

TOM G. WARRIORS TRIUMPH OF DEATH

Bericht von Strecker, Stefan Lehmann und Philipp Wolter, Fotos von Toni B. Gunner (https://mondkringel-photography.de/concert-photos/) und Michael Strecker.

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PSYCHOTIC WALTZ, GHOST SHIP OCTAVIUS / 03.10.2019 – Hamburg, Knust

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Nach ihrer Reuniontour 2011 haben PSYCHOTIC WALTZ erst mal ordentlich Festivals bespielt (wenn ihr dem Schlagwort folgt, findet ihr DreMu Berichte zu den entsprechenden Shows in der Markthalle, dem KEEP IT TRUE 2012, dem ROCK HARD FESTIVAL 2012 und WACKEN 2017), aber eine erneute Klubtour (zumindest in Norddeutschland) oder gar die mehrfach angekündigte fünfte LP ließen auf sich warten. Bis jetzt! Für PSYCHOTIC-WALTZ-Addicts der ersten Stunde hat der Auftrittsort eine Art Nostalgie-Bonus, spielten die Proggies doch 1991 zweimal im Knust, welches sich damals allerdings noch in der Brandstwiete befand. Für mich ein klarer Pflichttermin, zumal ich durch eine Bänderruptur fast zwei Wochen lang ans Bett gefesselt und damit – noch schlimmer – auf Konzertentzug gesetzt war!

 

GHOST SHIP OCTAVIUS
GHOST SHIP OCTAVIUS
PSYCHOTIC WALTZ
PSYCHOTIC WALTZ

Bilder von Silvia Blaser, Jörg Düsedau (das erste) und Jan Bünning (das zweite).

Bewertung: 4 / 5

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NO SUGAR, TOT / 04.10.2019 – Kiel, Schaubude

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So faul wie sich NO SUGAR auf ihrem Albumcover im Bett fläzen, können sie gar nicht sein, haben sie doch erst vor nicht mal anderthalb Jahren ihren ersten Auftritt gespielt (FKK) und präsentieren jetzt bereits ihre erste Scheibe „Rock’n’Roll Isn’t Boring, It’s You“.

Beim Nachdenken über den Plattentitel fällt mir zunächst auf, dass mir gegenüber noch niemand etwas Derartiges behauptet hat, dann aber auch gleich, dass ich privat auch gar keine Menschen (mehr) kenne, die nichts mit Rock’n’Roll am Hut haben. Wie auch, wenn man jede Minute seiner Freizeit mit Konzertbesuchen, Scheibenernte oder Musikgenuss verbringt… Hm, und beruflich? Meine Kolleg*innen sind echt eher so Bildungsbürger, die in die Oper gehen und/oder klassische Musik hören. Die mögen zwar keinen Rock’n’Roll, finden ihn aber nicht langweilig, sondern wohl eher barbarisch oder so. Da fällt mir ein: Ich habe mal einem Kollegen eine OMA HANS-LP geliehen, weil ich dachte, dass die Texte ihn ansprechen könnten, er gab sie mir sehr schnell mit den Worten zurück, dass ihm diese Musik „deutlich zu vital“ klinge.

 

NO SUGAR

Bilder von Svetlana Grigorieva

Bewertung: 5 / 5

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WACKEN OPEN AIR XXX / 31.07.2019 – Wacken, Tag 1

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Philipp: Dreißig Jahre Wacken, das ist mal eine Hausnummer! Da wir fast auf jeder W:O:A-Edition zugegen waren (Strecker sogar auffem allerersten Wacken), heißt das natürlich, dass der Altersdurchschnitt unserer Reisegruppe von Anfang 20 auf Anfang 50 gestiegen ist. Aber ich find’s eher gut, zumal die Begeisterung für Konzerte bei uns allen ungebrochen zu sein scheint. Auch bemerkenswert: Viele starke Auftritte werden dieses Jahr von Bands abgeliefert, die so alt wie das W:O:A oder sogar älter sind! Manche davon spielen dieses Jahr zum ersten Mal hier und räumen gnadenlos ab, z.B. URIAH HEEP oder SWEET. Aber ich will mal nicht spoilern. Heute geht es gleich mit einem wahren Konzertmarathon los, der uns von 16:00 bis Mitternacht beschäftigen wird. Der Mittwoch ist somit endgültig zum ersten vollen Festivaltag angewachsen.

 

ROSE TATTOO
ROSE TATTOO

 

Bericht von Stefan Lehmann, Michael Strecker und Philipp Wolter, Fotos von Toni B. Gunner (https://mondkringel-photography.de/) und Michael Strecker.

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