Sonja - Loud Arriver (Cruz Del Sur Music)

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Am 24.10.2018 erschien bei Bandcamp das Demo von Sonja. Direkt überzeugten mich die beiden Songs "Nylon Nights" und "Wanting Me Dead".

 

Cruz Del Sur Music haben einige Zeit später angekündigt, dass sie das Debütalbum der Band aus Philadelphia veröffentlichen werden. Ich habe Enrico und Brigida von Cruz Del Sur sicher mehrfach nach dem aktuellen Stand und dem Veröffentlichungstermin gefragt.

Nun ist es endlich soweit und das Album "Loud Arriver" erscheint am 23.09.2022.

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G31 – „Die Insel der versunkenen Arschlöcher“ (LP, Sterbt Alle)

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G31

 

Was für ein Plattentitel! Ich bekomme da gleich Assoziationen und stelle mir die Insel als metaphorischen Ort vor, an den man gedanklich alle Personen, die einen mit ihrer negativen Art runterziehen wollen, verbannt. You can’t bring me down, ab auf die Insel!

G31 sind eine Hamburger Punkband. Und es ist witzig, aber ohne zwanghaft das Klischee bedienen zu wollen, gibt es Details, die irgendwie typisch Hamburg-Punk sind. Ein eigenwilliges Element, was man auch bei RAZZIA, BUT ALIVE, ART OF TIN TOYS oder  SHEEP ON A TREE hört.

Musikalisch gibt es viel zu entdecken, denn G31 packen in ihren treibenden Punkrock zahlreiche überraschende Ideen. Die Gitarren besitzen diesen herrlichen Sound, der entsteht, wenn die Zerre weniger extrem eingestellt ist, trotzdem (oder gerade) Rotz ohne Ende und Raum für Spieldetails da sind.

Ein ganz zentraler Aspekt ist Mitras Gesang, der mir ausgesprochen gut gefällt. Der Sängerin gelingt es, eine geile Balance aus Melodie und Aggression hinzulegen. Rein stimmlich könnte sie sich sicher auch permanent einen abjodeln, aber sie schreit und singt lieber, dass es zur Mucke und den Texten passt.

Letztere zeigen einerseits eine klare Haltung („Zu schön für dich“ etwa rechnet mit AfD-Wähler:innen ab), fallen aber gleichzeitig auch angenehm kryptisch aus. „Radiergummi“ ist ein Beispiel dafür: „Sein Name ist Nichts / Er ist sehr beliebt / Er trägt keine Maske / Weshalb man es nicht sieht“. Schön auch „Wanda Wandalis“ mit Zeilen wie „Ihre rote Spur regnet wie Vögel / vom Himmel herab / zerbricht das Spiegelkabinett / Und führt den Thanatos ins Grab“.

Gatefoldcover, Text-Einleger, beiliegende CD (mit drei Bonustracks), sehr stimmiges Artwork und eine amtliche Produktion – mit ihrer zweiten LP hauen G31 richtig einen raus. Dagegen können die Arschlöcher auf ihrer Insel nichts ausrichten.

Hier noch ein Link zum Reinhören und Abernten:

https://orcd.co/g31-insel

Bewertung: 5 / 5

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SPIDERGAWD - "VI" (Crispin Glover / Soulfoud)

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SPIDERGAWD VI

 

Mit dem Album VI geht die norwegische Band konsequent weiter in Richtung Classic-Rock mit Twin-Guitars und Einflüssen aus der NWOBHM. Bei dieser Platte macht sich dies auch personell bemerkbar. Der bisherige Tour Gitarrist Brynja Takle Ohr ist erstmals auf Album VI zu hören und war auch am Songwriting beteiligt.

Ich kannte Brynja Takle Ohr bisher von der empfehlenswerten Band EL CUERO.

Im Mix macht sich die Hinzunahme eines weiteren Gitarristen – wie ich finde - nachteilig bemerkbar, denn das Saxophon ist in den Hintergrund gemischt worden und diese Nuance fehlt den Songs und nimmt SPIDERGAWD etwas Originalität und ein Alleinstellungsmerkmal. Die Kritik ist aber auf hohem Niveau. Mit Album VI ist SPIDERGAWD eine Platte gelungen, die durchweg Spass macht und mich an Bands wie beispielsweise AUDREY HORNE und HIGH SPIRITS erinnert. Was wäre das für ein schönes Tour-Package. SPIDERGAWD VI ist eine Platte, die mit mehrstimmige Gesang, mitreißendem Groove und die eingängigen Harmonien eine entspannte Atmosphäre, die mich sofort an Festivals, Sonne, Grillung und Bier denken lässt.

Das Konzert in Kiel soll übrigens am 23.03.2023 stattfinden. Wer an diesem Datum nicht zu einer Hochzeit eingeladen ist oder selbst heiratet, sollte in die Kieler Pumpe gehen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=x6zpDIyb85I

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DESERTRAIN - Grunge Locomotive (Label: Grimond Polen)

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Zusammen mit der Spende für den Poll gab es von Noisolution auch die Bitte, ein Review für die Platte "Grunge Locomotive" der polnischen Band DESERTRAIN zu schreiben. Die Band war mir bislang völlig unbekannt und auch das allwissende Internet ist sparsam mit Informationen. Da ich nicht unbedingt der große Grunge-Sympathisant bin, hat mich der Titel "Grunge Locomotive" etwas abgeschreckt und ich habe lieber andere Sachen gehört und die Platte liegen lassen. Ein Fehler, wie sich heute morgen herausgestellt hat. Ich bin ich beim 5ten Durchlauf (ja, ich bin so früh aufgestanden) und sehr positiv überrascht.

Natürlich sind Anlehnungen an die Grunge-Welle der 90iger da. DESERTRAIN orientieren sich aber eher in Richtung ALICE IN CHAINS und nicht so sehr NIRVANA. Dies geht mit meinem Musikgeschmack völlig in Ordnung. Zumal die Einflüsse vielseitiger sind. Die Platte wurde bereits 2020 in Polen veröffentlicht und die "Grunge Locomotive" ist seit Januar 2022 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. Den Musikern merkt man an, dass sie zwischen der Grunge-Welle und dem Erscheinungsjahr der Platte auch Musik gehört und die Einflüsse verarbeitet haben, so dass auf der Platte auch Stoner- und Rock-Einflüsse und zusätzlich die ein oder andere poppige Melodie zu hören sind. Insgesamt ergibt sich daraus eine sehr eigenständige Mischung, die zu gefallen weiß. Die Songs sind durchweg auf hohem Niveau und von daher ist es schwer, den Hit bzw. Anspieltipp zu nennen, der meiner Meinung nach der "Grunge Locomotive" fehlt, um sich noch etwas mehr aus der Masse abzuheben. Grunge und Stoner affine Menschen sollten trotzdem mal in die Platte der Krakauer Band reinhören.

">https://www.youtube.com/watch?v=47dKh02id70&t=1s

 

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DAILY THOMPSON – God Of Spinoza (Noisolution)

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DAILY THOMPSON – God Of Spinoza (Noisolution)

Mit God of Spinoza legt das Dortmunder Trio ihr mittlerweile fünftes Album vor. Neben den bekannten heavy und hypnotischen Klängen wurde die Soundpalette durch 90iger Indie- und Popelemente erweitert. Dennoch bleibt der schwere und DAIY THOMPSON typische Sound erhalten. Es ist eben „nur“ ein weiterer Soundaspekt hinzugekommen, der für etwas mehr Abwechslung sorgt. Im Vergleich zu dem Vorgänge Album Oumuamua wirkt God Of Spinoza dadurch etwas ruhiger und zugänglicher. Vom Ansatz her gefällt es mir gut. Dennoch würde ich mir etwas mehr verzerrte Gitarren und härte wünschen. Dies ist aber Geschmackssache und Kritik auf hohem Niveau.

Der Sound ist transparent und druckvoll. Dies ist aber von Könnern wie Tony Reed (Mastering) und Peter Bering (Aufnahme) nicht anders zu erwarten. Letzterer war kürzlich mit seiner Band THE PIGHOUNDS im Medusa zu Gast und hat dort ein Streaming-Konzert gespielt. Dies nur nebenbei. Mit God of Spinoza ist DAILY THOMPSON eine empfehlenswerte und hörenswerte Platte gelungen, an der es nichts zu meckern gibt.

Einen Höreindruck findet ihr hier

https://www.youtube.com/watch?v=hhbIRdcu028

Das Konzert in der Räucherei wurde aufgrund der C...-Lage leider auf den 03.07.2022 verlegt. Drücken wir uns mal die Daumen, dass sich die Lage bessert und wir dann am 03.07.2022 DAILY THOMPSON und KAMCHATKA ordentlich feiern können.

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