Like 0
Dislike 0
Details
Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 785
Nach der sehr guten 7“ war ich sehr gespannt auf den ersten Longplayer von ESCAPADO. Schon Cover, Titel und Artwork haben Stil und stimmen auf den emotionsgeladenen Hardcore der Band ein. Im Vergleich zur Single brauchte ich ein paar Durchläufe mehr, bis das Ding zündete, aber dann – oh, Junge, was für eine Rakete! ESCAPADO sind sehr intensiv, walzen mal mit brachialen Riffs und fiesem Geschrei über dich hinweg, um dann ganz zerbrechliche Strukturen aufzubauen, zu denen jedoch auch eindringlich gesungen wird – sei es mit klarer Stimme oder verzweifelten Schreien. Dabei offenbaren sie verdammt viel von ihren Gefühlen, habe ich zumindest den Eindruck. Wo andere Bands ein Image vor harten Böllerriffs aufbauen, wirken ESCAPADO echt, konfrontieren den Hörer mit einer geballten Ladung Wirklichkeit: „Ich schäme mich nicht / für meine Ängste, meine Trauer, meinen Hass / Ich schäme mich nicht / für meine Hoffnung, / und meine Liebe nehmt ihr mir nicht / ich schäme mich für NICHTS“ („Albedo“).
Dieses zunächst chaotisch wirkende Wechselspiel von Brachialität und Fragilität erinnert mich irgendwie an LOXIRAN und z.T. auch an KURHAUS (gerade bei „Szenario“, das sich gesangsmäßig genial von Sprech- in Schreigesang steigert), wobei ESCAPADO schon sehr eigenständig sind. Meine Faves auf der Platte: „Magnolien“, „Welches Leben?“, „Nur der Gedanke“ und erwähntes „Szenario“. ---Punkte: 9
Like 0
Dislike 0
Details
Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 1031
Oft nu wurden die Kieler PUNKAHS von AFFLUENZA in Berichten aus dem Pit erwähnt, nun ist es Zeit, dass die musikalischen Taten der Rasselbande auch mal anhand eines Tonträgers analysiert werden – knallhart, nüchtern, ganz in Ruhe und in den Ohren der unerbitterlichen DREMU-Bandschlächter...
Erstma Fakten raus und lecker auf den Tisch: 10 Songs, 23:39 Minuten, aufgenommen zwischen Juli und November 2004 bei Moe von CHAOS CONTROL. Und hinten druff steht “Feel free to copy our music and share it with all your friends“, was ich sehr sympathisch finde!. Es sollte natürlich klar sein, dass wir es hier mit einem Demo zu tun haben, keine Megaproduktion erwartet werden kann. Aber hören kann man das gut, nur der Gesang ist im Vergleich zum Rest etwas laut.
„Polit-Emo-Arschloch-Punk-Rock“ nennen AFFLUENZA ihre Musik selber und in der Tat geht es mal melancholisch-nachdenklich zur Sache, mal wird derber reingeknüppelt. Irgendwie schon typisch norddeutsch, wenn ich an die ganze Emo/Screamo-Szene denke. Erfreulicherweise gehören auch AFFLUENZA zu dieser neuen Generation von Bands wie ESCAPADO, KURHAUS oder AMERICAN TOURISTS, die alle politisch etwas zu sagen haben und damit näher an den ursprünglichen Idealen des HC/Punk sind als so manche Prollo-Haudruff-Kapelle. Aber noch mal zurück zur Musik: Der Gesang ist z.T. noch nicht ganz ausgefeilt, klingt manchmal etwas angestrengt. Ist aber von Prinzip her mit den beiden Stimmen ganz cool. So, viel mehr brauch ich eigentlich nicht schreiben, schließlich gibt es hier bei Dremu mit „Herbstgitarre“ und „Thessalonica Seven“ zwei Songs dieser Platte als Downloads zu hören.
http://www.affluenza.de.vu ---Punkte: 7
Like 1
Dislike 0
Details
Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 1197
Nach meiner aufsehenerregenden Reportage zum vergangenen Elope-Konzert (http://www.dremufuestias.de/postnuke/html/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=507 ) folgt hier nun eine Betrachtung des zugehörigen DEMO 3.
Elope haben ihrem langsam schon zum Dauer-Gaststar avancierten Musikerkollegen Bruno T.Ford bzw Polo nicht nur mittels der Verewigung des Songs "Knife" gehuldigt, sondern auch das Front-Inlay mit seinem Konterfei versehen, allerdings in einer schwarz-weiss-Negativ-Optik und derart debil grinsend, daß einem Angst und Bange wird, sieht schwer nach bei Vollmond aus der Psychiatrie Entlaufenem aus. Zur fortgesetzten Verwirrung des geneigten Hörers hat man die Auflistung der fünf Titel etwas durcheinander gewirbelt, was sich jedoch bei genauerem Hinhören recht leicht entschlüsseln läßt und dem Hörgenuß weiter keinen Abbruch tut.
Los gehts mit dem Song "Don`t stop", einem hübschem Gassenhauer mit Potential zum Evergreen, der mittels solidem Melodiebogen zum Mitmachen einlädt, besonders als Livedarbietung ein anheimelnder Selbstgänger. Auffallend reizvoll hier der fast wavig anmutende Eingangsbasslauf sowie die kontrastierenden Backing Vocals, bis sich dann die komplette Instrumentierung samt Hases akzentuiertem Stimmeinsatz in sauberer Aufwärtsspirale verdichtet und alles zu einem runden Krach zusammenwächst.
Warum nennt man einen Song "Geseier"? Wahrscheinlich, weil man keine bessere Idee hatte oder eine ironische Haltung zu seinem Schaffen und/oder zur Welt im Allgemeinen befürwortet, keine Ahnung.Ist ja auch ganz unwichtig, Ich muß ja nicht alles verstehen. Ansonsten ein robuster Rocksong mit teppichähnlicher Struktur, erbaulich satte Gitarrenpartien,die Lungenkapazität wird wieder ein wenig stärker ausgereizt, und das Werk verhallt recht plötzlich mit allen offenen Fragen.
Der dritte Song "losing again": Man ironisiert mal wieder ein wenig: "why we don`t drink champain-we losing again", das scheint jedenfalls Spaß zu machen, Jever ist selbstredend auch in Ordnung und die Oper hatten wir ja schon. Ein ohrgängiger Song ohne viel Kinkerlitzchen, solide in der Darbietung.
Der Song "Ice" hat nach mehrmaligem Hören geradezu etwas opernhaftes, so bombastisch und gleichzeitig facettenreich scheint er aufgebaut. Der Einstieg mit seinem anziehenden Rhythmus und pointiertem Schlagzeug läßt einen gleich aufmerken; weiter geht es mit wechselhaften Tempi, massiven Gitarrenwänden und zwischendurch immer wieder fast verspielt wirkenden Überraschungseffekten, deren Gesamtklangbild alles andere als einförmig wirkt. Sehr gelungen, mein persönlicher Favorit.
Nun zu "Knife", dem eingangs erwähnten Song, Elope featuring Bruno T.Ford .Es ist schon hinlänglich bekannt, dass ich ein Fan von diesem Kreativkomplott bin; Polos metallische Stimme und dessen stilübergreifende Qualitäten zeichnen sich nicht nur im Live-Ambiente ab - er geht hier mit dem üblichen Wahnwitz zur Sache und hangelt sich virtuos an Elope`s tragfähigen Klanggerüst entlang. Wer findet anschliessend nicht, daß das Coverfoto irgendwie doch ganz gut getroffen ist.;-) ein Ausnahmehit.
Alles in allem reizvolle und abwechslungsreiche Songs mit so einigen akustischen Glitzersteinchen im Klanggewebe, die den Weg dieser Formation um einen weiteren erfreulichen Release ergänzen. Man darf Elope`s spannende Reise nach neuen Ufern mit Zuversicht weiter verfolgen.
(wem das zu lang war, der hat ab jetzt Leseverbot für meine Beiträge.)
es grüßt freundlich Mrs.Fiend.
---Punkte: 9
Like 0
Dislike 0
Details
Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 1161
Zei Seelen wohnen ach in meiner Burst. Die eine schlägt nach wie vor vor für den früheren ANTHRAX Sänger Joey Belladonna, den uns so unvergessliche Stücke wie "Indians" oder "Madhouse" bescherte. Die andere eindeutig für den aktuellen ANTHRAX Sänger John Bush, der einfach eine affengeile Stimme hat und eine echte geile charismatische Bühnensau ist. Um beide Seelen wiederzuvereinigen, gingen ANTHRAX für einige Tage ins Studio und prügelten in kürzester Zeit "The Greater of two Evils" ein. Diese Scheibe vereint die besten Stücke aus der Vor-John-Bush-Zeit mit seiner unglaublichen Röhre und seinem brachialen, modernen, wenn auch leicht trashigen Sound. Von "Metal Thrashing Mad", über "Gung-Ho", "I am the Law", "Be all end all" bis "Keep it in the Family" ist aus allen Phasen der Belladonna-Ära reichlich Stoff dabei. Interessanterweise versucht John Bush nicht etwa, die Songs umzudeuten oder ihnen durch andere Gesangslinien etwa seinen Stempel aufzudrücken - das gelingt ihm einfach und allein durch seine Stimme. Erstaunlich wie ähnlich Bush und Belladonna eigentlich singen können. Mit diesen simplen Veränderungen: Stimme und Sound erreicht die Band, das die alten Songs noch einmal auferstehen und mit neuer Frische wieder in den Gehörgang fegen. Manche Songs kommen jetzt erstmals richtig zur Geltung wie z.B. "Be all end all" - Ich finde allerdings nicht alle Versionen wirklich besser als die Originale - "Caught in a Mosh" zum Beispiel ist einer der Songs, die im Original ausgefeilter klingen, aber insgesamt ist "The Greater of two Evils" eine interessante, weil irgendwie "andere Art von Best-of"-Scheibe. Verwirrend für mich nur der Titel, den man als Hieb gegen Belladonna deuten könnte, der aber sicher nicht so gemeint ist. Für Fans ist "The Greater of two Evils" ein Muss, für Leute, die die alten ANTHRAX Stücke noch nicht haben oder kennen, sowieso. HIER REINHÖREN: ---Punkte: 9
Zusätzliche Informationen
Neueste Kommentare