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SERUM 114-"Serum 114"

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Philipp Wolter
Zugriffe: 1353
SERUM 114 - s/t

(CD, Bodog Music)



Bands, die quasi aus dem Nichts kommen und sich gleich auf Touren von VOLBEAT und MILLENCOLIN einkaufen können, steht man ja irgendwie erstmal skeptisch gegenüber. Das Misstrauen steigert sich dann noch, wenn die Bubis auffem Cover wie eine von Dieter Bohlen gecastete Boygroup vor der Geschlechtsreife aussehen (natürlich für den angesagten Bereich Rock'n'Roll/Punkrock). Gut, alles blöde Äußerlichkeiten, es sind ja die Inhalte, die zählen. Doch hier wird es jetzt erst recht kümmerlich: In "Schönen Gruß/Deine Frau" beschreibt der Ich-Erzähler, wie er regelmäßig mit der Frau des Angesprochenen Sex hat: "Wenn du wieder drauf darfst, schieb 'nen schönen Gruß mit rein. Während du am Schreibtisch sitzt, kocht mir deine Frau mein Essen. Meistens ist sie nackt, wenn sie mir das Essen bringt..Ein kleiner Tipp, sie mag es gerne in den Hintern, ich nehm sie jeden Tag, du kannst es nicht verhindern". Sorry, dass ich euch den Dreck so ausführlich zumute, aber derart präemanzipatorische Scheiße hab ich wirklich lange nicht gehört. Ansonsten kommt man "direkt aus der Gosse", stinkt "nach Bier und Rauch", ist "geboren in den Straßen", "aus der heilen Welt verbannt", "vor keinem Feind weggerannt" und alle anderen haben "nicht denselben Dreck gefressen" ("114" und "Wo wir zu Hause sind"). Bwuhahaha, sind sie nich süß? Schön auch, dass sie gegen "Spießer" wettern, ihre eigenen Ideale aber über tolle Autos und Las Vegas ("Las Vegas", "Adrenalin") nicht hinausgehen...



Ach, ich hab noch gar nichts zur Musik gesagt, ne? Durchgestylte Reißbrett-Mucke, die laut eigener Aussage nach Social Distortion und V8 Wankers klingen soll, dabei vollständig poliert ist und keinerlei Authentizität vermittelt. Möchtegern-Rocker mit Bild-Zeitungs-Mentalität.



www.serum114.de

Philipp ---Punkte: 0
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SKINDRED-"Roots Rock Riot"

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von hendrik
Zugriffe: 1514

SKINDRED

Roots Rock Riot

Manchmal gibt es sie noch, die ganz großen Momente der Rockmusik. Es sind die seltenen Fälle, in denen eine wahrhaft innovative Band die Bildfläche betritt oder jemand einen zukünftigen Klassiker abliefert oder auch einfach ein tolles Album ohne einen einzigen verdammten schwachen Moment. SKINDRED sind ebenso innovativ wie ihr neues Album großartig ist. Der einzigartige Stilmix aus Metal, Punk, Reggae und etwas Elektro wird geprägt von derselben wunderbaren Stimme, die schon Dub War zu einem Original machte. Ich kann mich auch als bekennender Reggae-Hasser nicht den großen Melodien entziehen, die einem hier im Dutzend um die Ohren fliegen. Benji singt und schreit, als ginge es um sein Leben und erreicht mit jeder der vielen Schattierungen seiner Stimme das Niveau der besten der Welt. Und so hüpft man mit gereckter Faust zu Hymnen wie dem Titelsong, „Ratrace“, „Cause Ah Riot“ oder dem nur auf der empfehlenswerten Japanversion enthaltenen Übersong „Days Like These“ durch die Bude und erfreut sich an den kämpferischen Sozialrevoluzzer-Texten. Klar muss man eine gewisse Offenheit mitbringen, um das alles gut zu finden, aber für jeden Musikliebhaber ohne Scheuklappen ist diese Platte eine Offenbarung.

skindred.com

 

Hendrik

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RAZORHEADS - "Black Socks get you laid" DVD

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Kategorie: Bewegte Bilder
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 4287
RAZORHEADS - "Black Socks get you laid" DVD  - Flint Productions

Von den Hamburger RAZORHEADS kam uns diese Promo-DVD ins Haus geflattert. Sie enthält einen Videoclip zum Song "Black Socks get you laid".
Der Song stellt eine leicht krude Mischung aus Motörhead, Backyard Babies und Spinal Tap dar. Zu dem Rocknrolligen Unterbau und der leicht metallischen Gitarre gesellen sich noch zwei Sängerinnen und zwei Saxophonisten. Gerade letztere vier erzeugen einen schönen Effekt, der die Band aus dem Rocknroll-Einheitsmantsch hervorhebt. über den Text wollen wir mal lieber nicht sprechen.
Die Story des Videos ist schnell erzählt: Band spielt im Beatclub - Ein Cooler Biker und ein schleimiger Macho  sind auch da - Cooler Biker genießt die Mucke und singt zum Schluß mit - der schleimige Macho wird rausgeworfen. öhem. Trotzdem hat das Video einen gewissen räudigen Charme, dem ich mich nicht verschliessen kann.
Das Video macht neugierig und bleibt hängen - ich würde sagen, Mission erfüllt!
Ach, ich les gerade, der coole Biker war das "St.Pauli Original Mütze" und die Band spielt eigentlich auf der Terrasse vom Clochard. Egal.
Ob man das Video über die Band beziehen kann, weiß ich nicht.
Checkt mal die Website:
www.myspace.com/razorheads

 

Matt

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THE BAD DAYS-"Eat My Luck"

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Philipp Wolter
Zugriffe: 1002
THE BAD DAYS - "Eat My Luck"
(Vinyl, Tornado Ride Records)

Ja, leck mich fett! Hatte es ja schon in einer anderen Rezi neulich erwähnt, dass so einige Bands aus dem Dremu-relevanten Umfeld kreative Quantensprünge vollzogen haben. Den Vogel schießen in dieser Hinsicht THE BAD DYAS ab!

Das ist aus meinem Munde durchaus nicht so selbstverständlich, denn erstens höre ich diesen typischen Rotzrock kaum und zweitens hatte ich die Band bisher unter "arrogante Ärsche" eingeordnet (nu isses raus). Nein, Quatsch, natürlich waren die Nasen mir schon seit jeher sympathisch, aber die Mucke empfand ich höchstens als "ganz nett".

Doch nu "Eat My Luck"! Erst mal halte ich ein feistes VINYL in schicker Godfather-Optik in der Hand (leider waren ENTOMBED mit ihren Shirts schneller - Pech), dann senkt sich die Nadel in die schwarzen Rillen und. mich fegt ein satter, warmer Sound weg, jeder Song ist mit einem unglaublichen Drive versehen und vor allem: Jedes, aber wirklich jedes Stück besitzt Hammergesangslinien und überdurchschnittlich gelungene Refrains. Hört euch unbedingt mal "Downfall" oder "Medicine" an - KILLER! Leifs Stimme klingt deutlich stärker und souveräner - dreckig und melodisch zugleich. Was ich ebenfalls bisher noch nicht so stark bei den BAD DAYS gehört habe, sind die Gitarren(soli)! Man höre allein das Solo bei "Serotonin", da glühen eure Ohren!

Fazit: "Eat My Luck" ist meiner bescheidenen Meinung nach deutlich stärker als ALLES, was BACKYARD BABIES, HELLACOPTERS oder GLUECIFER in den letzten JAHREN veröffentlicht haben!

http://www.myspace.com/thebaddays
thebaddays.de
Philipp
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DEPRESSIVE AGE-Symbols For The Blue Times-Electric Scum

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Kategorie: Klassiker Re-Visited
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Hendrik
Zugriffe: 3491

DEPRESSIVE AGE

DEPRESSIVE AGE

Symbols For The Blue Times/Electric Scum

 

Krank sein ist ja zunächst mal ätzend. Der einzige Vorteil besteht darin, dass man viel Zeit zum Musikhören hat. Und Muße zum drüber Schreiben. Die Gelegenheit für ein weiteres Klassiker-Review. Beziehungsweise zwei gleichzeitig, weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche Platte denn nun toller ist.

 

Die Ostberliner DEPRESSIVE AGE haben auf ihren vier Alben in den 90ern ein Feuerwerk an Ideen abgebrannt, das wahrlich selten einer einzigen Band beschieden ist. Damals war das noch möglich, heute gibt es nach Meinung von Plattenfirmen ja offenbar nur noch wenige veröffentlichungsfähige Songschablonen, was zu Hypes wie Metalcore, Emo und ähnlichen kreativen Bankrotterklärungen geführt hat. Aber ich schweife ab…

DEPRESSIVE AGE waren unkategorisierbar und sind es bis heute. Sie schafften es als eine der wenigen Bands überhaupt, auf jedem Album grundlegend anders zu klingen, aber immer sofort erkennbar zu sein und befinden sich damit in guter Gesellschaft anderer Visionäre wie VOIVOD. Leider gilt das auch für ihr kommerzielles Scheitern.

 

Auf Album Nr. 3, „Symbols For The Blue Times“ nahmen sie den Thrash Metal früherer Tage größtenteils raus, fügten dafür etwas Alternative Rock und, nun ja, VOIVOD hinzu und mischten eine Extraportion Melancholie drunter. Gerade letztgenannte Zutat machte sie so einzigartig und bescherte uns solche Seelenschmeichler wie „Garbage Canyons“, „Port Graveyard“ oder „Rusty Cells“. Ausnahmesänger Jan Lubitzki durchleidet seine dunklen Texte wie niemand sonst und rührt auch harte Männer wie mich immer wieder zu Tränen. Große, tief traurige Melodien, prägnante Riffs und eine düstere Atmosphäre kennzeichnen diese Platte, die keinen schwachen Song enthält.

 

Auf dem 4. und letzten offiziellen Album, „Electric Scum“, warfen sie dann das Rockige des Vorgängers wieder über Bord und schmückten die Songs mit Samples und abgefahrenen Keyboardsounds aus. Auch dies geriet zum Volltreffer, denn die Elektronik kleisterte nicht, wie so oft, nur den guten Song zu, sondern unterstützte wiederum eine völlig eigene, depressive Atmosphäre. Davon zeugen Großtaten wie der Titelsong, „New Machine Wisdom“ oder „Polar Athletic Son“. Ansonsten gilt, was auch für den Vorgänger galt: Diese Musik nimmt einen gefangen und zeigt, wie schön bittersüß Schmerz sein kann. Ausnehmen muss man hier einzig das Cover von „Small Town Boy“. Ist zwar Geschmackssache, aber ich finde schon das Original derart scheiße, dass man vom einzigen Ausfall des Albums sprechen muss.

 

Zu guter Letzt hatten die Jungs den Flow einer gut eingespielten Band und beherrschten ihre Instrumente, so dass die Edit- und Triggerseuche glücklicherweise an ihnen vorüber ging (damals war das allerdings auch noch nicht so verbreitet). Das führt auf beiden Platten zu wunderbar warmen, echten Sounds, ohne Klickerklacker-Geräusche auf dem Schlagzeug, virtuelle Amps und ähnliche Unbill.

Wer jetzt tapfer durchgehalten und dieses lange Review zu ende gelesen hat, ist hoffentlich schon im Netz auf der Suche oder wie?

 

P.S. Vor ein paar Jahren kam übrigens ein in Eigenregie und mit anderer Besetzung aufgenommenes Album raus, das auch klasse ist, aber nicht ganz die Magie der alten Teile versprüht.

 

Hendrik

 


 

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