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JERNIGAN-"Tiefenrausch"

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Philipp Wolter
Zugriffe: 1150
JERNIGAN – „Tiefenrausch“(CD – Eigenproduktion) Hardcore/Punk ist heutzutage ritualisiert und voller Stereotype – selten tauchen im Einheitsbrei der Bands noch Namen auf, die individualistische Wege gehen und aussagekräftige Inhalte vermitteln. JERNIGAN sind so eine Ausnahme.Vor etwas über einem Jahr hamwer hier „Fragment“ behandelt, jetzt gibt es sieben neue Songs, deren Titel bereits hellhörig machen: „Che Guevara in der Einkaufspassage“ oder „Ellenbogenmensch“ etwa. Die auf Butterbrotpapier gedruckten Texte (genial!) halten, was die Titel versprechen: „Es wird nicht alles gut, wenn du dich nicht veränderst. / Es wird nicht alles gut, wenn du bleibst, wer du bist.“ („Deus Ex Machina“) oder „Materielle Sicherweit unser größtes Seelenheil, / wir brauchen Bestätigung für unser Leben aus zweiter Hand.“ („Sequenzen“). Wie schon auf „Fragment“ vermittelt auch die Musik eine sehr depressive und intensive Stimmung. Nein, JERNIGAN ziehen den Hörer nicht nur einfach runter, sie kreieren/erzeugen auch Wut und Wille zur Veränderung. Der Sänger schreit, spricht und flüstert, die Band agiert mal stürmisch, mal ruhig. Noisig, rhythmisch, technisch, aber nicht uneingängig! Irgendwo hab ich eine Stilbezeichnung für JERNIGAN gelesen: Schrei-wenn-du-brennst-Hardcore. Passt!http://www.jernigan.de

Philipp

 

Jernigan Bandfoto

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V.A.-"Deathophobia IX"

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Philipp Wolter
Zugriffe: 781

V.A. – "Deathophobia IX"Do-CD (Earth A.D.) Gewohnt günstig – 10,- Euro für ein fettes Digipack zwei Booklets, zwei CDs und 35 Songs – kommt die neunte Auflage der Deathophobia-Serie, wobei das Artwork wieder ästhetisch und stilvoll ausfällt. Wo auf anderen Samplern dieser Art Totenschädel und Skelette rumhühnern, umspannt hier noch Haut das keineswegs verfallene Fleisch der nackten Schönen, die in mannigfacher Variation und schick im Stile klassischer Malerei in Pose gesetzt wird.Nu, natürlich können einem nicht alle Songs gefallen, schließlich handelt es sich um Undergroundkapellen verschiedener Hartwurstbereiche, aber die Trefferquote ist erfreulich hoch. Besonders positiv aufgefallen sind mir STIGMATIZED (fetter Death Metal mit Obituary-mäßigem Sänger), DEFECTION (Old School Thrash), POWER (schön straight und thrashig, geile Whisky-Röhre), XENOTAPH (fieses Death Metal-Geholze), CENTAURUS A (technischer, aber schön knüppeliger Death Metal), THE DARK UNSPOKEN (Electro Goth a la JANUS), FACE DOWN HERO (Neo Thrash) oder SICK OF SOCIETY (räudiger Rüpel-HC). He, da hat sich sogar ein Kieler Solo-Projekt darauf verirrt, BILMUS nennt der verantwortliche Macker seinen „Forschungsmetal vom Feinsten“. Ha, das schreit ja nach genauerer Nachforschung! Das Dremu-Interview ist Pflichtsache… Okay, aber zurück zum Sampler: Wendet euch bei Interesse an www.earth-ad.com, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Philipp  

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MORBUS DOWN-"Discountplatte"

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Philipp Wolter
Zugriffe: 746

MORBUS DOWN – „Discountplatte“

CD (Eigenproduktion)

 

Also erstmal Daumen hoch für die coole Aktion, diese Scheibe für 0,99 Euro rauszuhauen! In Verbindung mit dem Titel „Discountplatte“ und dem Cover (vorne Einkaufswagen, hinten Kassenbon…) ham MORBUS da mal ein richtig stilvolles Konzept am Start…

Musikalisch machen die Kieler Hau-Drauf-Bollos da weiter, wo sie bereits mit „Stumm“ für Verwüstung gesorgt hatten, bauen allerdings auch einige zusätzliche Elemente in ihre Songs ein. So gibt es einige Rock’n’Roll-Parts zur Auflockerung und für „Unsere Art“ haben die Jungs sogar Oppas Akustikklampfe gestohlen. Natürlich gibt es im Endergebnis dennoch fast durchgängig auf die Mütze, aber eben etwas effektiver gespielt und mit besserem Songwriting. Semmel schreit krasser denn je, im Vergleich zu früher nicht mehr so tief, wohlmöglich aber noch angepisster. Ab und zu könnte er mal variieren und einen Gang zurückfahren, insgesamt klingt das Gebrüll fast schon übertrieben brutal. Dazu kommen natürlich Backgrounds und der melodiöse Gesang von Drummer Svenosch. Die Stücke sind bis auf eins alle unter drei Minuten, bei Ballermucke meist ein gutes Zeichen – don’t bore us – get to the chorus, heißt et ja schließlich!

Textlich scheinen mir MORBUS dieses Mal weniger politisch vorzugehen, zwei Texte handeln offenbar vom Feiern („Gammel und Ranz“ und „Unsere Art“) und kommen mit der gepflegten Ladung Prolligkeit, die man von der Band gewohnt ist. Sofern ich denn die Urlaute auch richtig dechiffriere, mit denen Semmel mir da die Lauscher massiert…

Philipp ---Punkte: 7
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TEMPLE OF BRUTALITY -lethal agenda

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Zugriffe: 1145

Reingehört aufgrund des coolen Bandnamens (Klischee zieht) und zum ersten Mal positiv überrascht gewesen. Der Sound ist ja nicht nur fett, sondern auch noch schön dreckig? Der klingt eigentlich typisch nach analog. Schön echt und ungeschliffen. Zweite Überraschung: geile Musik, Mann! Thrash! Wobei das so nicht ganz stimmt. Die Platte bewegt sich tempomäßig zum größten Teil im Midtempo-Bereich, hat neben dem üblichen unmelodischen Geschredder an der Gitarre auch Parts aufzubieten, die an Pro-Pain oder Prong erinnern und stinkt eh an allen Ecken und Enden nach Hardcore. Zeckentexte, volle-Möhre-Anti-Ami-Motive im Booklet, hardcoriger Gesang, der irgendwie an Cal von Discharge (in etwas tiefer) erinnert. Obwohl die Stilmittel alle schon bekannt sind, erreicht die Truppe sogar so was wie eine gewisse Eigenständigkeit dadurch, dass man das alles selten in dieser Kombination gehört hat. Gut gespielt isses auch, vor allem der Schlagzeuger hat da ein paar coole Ideen. Und immer wieder diese räudige Untergrundproduktion, die so richtig schön nach Straße klingt. Diese Platte müsste eigentlich sowohl für Fans von Accu§er und Sacred Reich als auch für Anhänger von Hatebreed und Integrity interessant sein. Die letzte Überraschung will ich auch noch ausplaudern: hier spielen große Namen mit, was man allerdings weder der Mucke noch dem Sound anhört und wofür auch mit keinem Aufkleber Werbung gemacht wird. Das ist tapfer und viel zu selten. Gitarre: ex-Belladonna, Bass: ex-Megadeth, Schlagzeug: W.A.S.P.

templeofbrutality.com 

hendrik 

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DISTURBERS-"The Dawn Of A New Threat

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Philipp Wolter
Zugriffe: 842

DISTURBERS – „The Dawn Of A New Threat“

7“ (Klartext Records)

 

Ich weiß GENAU, seit wann ich diese Siebener besitze – nämlich seit dem 30. September, genauer dem BONEHOUSE-Abschiedsgig, bei dem Gerrit von Klartext ’nen Stand hatte und erstmalig dieses Schmuckstück pressfrisch auf den Verkaufstresen knallte. Hab auch brav gelöhnt und mich nich durchgeschnorrt!

Tscha, satte DREI MONATE lang hab ich das Ding nun rauf- und runtergehört. Ich hatte von der Band nämlich den Auftrag, es auf möglichst jede Lebenslage hin zu testen. Und nu verkünde ich: Dieses Ding vertreibt IMMER und zu JEDER GELEGENHEIT Kummer und Sorgen! Ihr könnt es während des Frühstückens hören, beim Aufräumen, beim Geschlechtsverkehr, als Hintergrund zum Korrigieren von Klassenarbeiten, zur schnelleren Erledigung von Putz- und Staubsaugnervkram, als Ersatz zum Ton des Fernsehers (in jedem Falle besser als der Mist inner Glotze) UND ihr könnt auch einfach nur dasitzen und euch darüber freuen, wie geil doch diese fünf Tiere rocken!

Die vier Songs „You Make Me Sick“, „Hate To Skate“, „Bonebreaker“ und „Outside“ kennter eh alle von den Konzis der DISTURBERS. Ich brauch euch daher kaum so allgemeine Dinge zu vertellen, wie z.B., dass DISTURBERS einfach schnurstracks auffe Omme verteilen und knallharte, räudige Hardcore/Punkbrecher mit dem Schuss Melodie, der süchtig macht, spielen. Das wisster eh alle, oder? ODER?

WAS man aber anfügen könnte: Sound geil, Cover geil, Texte bei, Kontakt disturbers.de. Ach ja, und sie haben doch tatsächlich das „Er ist auch sauer“-Sample aus diesem TV-Sensationsfilmchen über Staßengangs auffem Ostufer reingebastelt. DAS sind mal kulturell wertvolle äh Querbezüge!

 

Philipp

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