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PITCH SHIFTER - desensitized

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Kategorie: Klassiker Re-Visited
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 1705
Zunächst die harten Fakten: Ultrafette Wall-of-Sound Gitarren, stoische Drumbeats (auf dieser Platte spielt ein Mensch, auf anderen Platten hatten sie auch Drumcomputer im Einsatz), tiefe, grollende Basslines, herausgebrüllte Vocals und kranke Samples. Das Ganze geht ein bißchen in die damals (1993) kurz mal angesagte Godflesh/Scorn-Richtung, wobei Pitch Shifter ebenfalls zur ersten Generation von Bands dieses Stils zählen. Was Pitch Shifter meiner Meinung nach immer von den genannten Bands unterschieden hat, ist ein wesentlich besseres Gespür dafür, wie man aus diesen Zutaten fesselnde, effektive, spannende Songs macht. Damit wären wir bei der Mucke: Die Gitarren braten mit einem unglaublich breiten Sound die fettesten Riffs in die Gegend, wobei ein Thema oft relativ lange beibehalten wird. Perfekt unterstützt wird das Geschrote durch den Bass, der auch öfter mal allein mit den Drums zu hören ist. Das Zusammenspiel der Band war schon immer perfekt, und so entwickeln diese meist im Midtempo gehaltenen Dampfwalzen einen Schub und eine Gewalt, dass es einen gegen die Wand drückt. Dazu kommt der Gesang, der ebenfalls perfekt ins Bild passt. Kritische, desillusionierte, immer politische Texte werden mit einer brutalen, bauchigen, aber kein Stück aufgesetzten Stimme rausgekotzt, wiederholt, abgewandelt, nochmals wiederholt, der Hörer ist mittendrin in der Scheißwelt, über die der Sänger sich da auskotzt. Zusammen mit den simplen, effektiv monotonen (falls damit einer was anfangen kann), aber immer spannenden Songstrukturen inklusive der durchgeknallten Samples ergibt sich ein zumindest in meiner Wahrnehmung einzigartiger Effekt. Die Atmosphäre nämlich, die dieses Album aufbaut, zusammen mit den finsteren Illustrationen zu jedem Text, ist so heftig negativ, dass da keine Black Metal Combo mithalten kann und so düster und monumental, dass mir als Vergleich höchstens noch Neurosis einfällt. Mir geht jedenfalls jedesmal einer ab wenn ich Übersongs wie "Triad", "To Die Is Gain", "(A Higher Form Of) Killing" oder "Cathode" hören. Diese Songs sind so geil intensiv, brutal und perfekt, dass sie eine hypnotisierende Wirkung haben. Wenn Ihr´s nicht glaubt, zieht Euch mal "Triad" oder "Cathode" unterm Kopfhörer rein, das ist ein tierischer Film.

Also: Diese Platte ist ein verdammtes Meisterwerk, gehört in jedes Regal und hat ihren Platz unter meinen 10 ewigen Lieblingsplatten.

www.pitchshifter.com
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INFERNÄL MÄJESTY - One Who Poi-

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 712

Na sowas, die gibt´s immer noch? Als 1987 das Debut-Album "None Shall Defy" erschien, wurde ihnen angeblich zugetraut, mal die nächste große Thrash-Band nach Slayer zu werden. Ich gebe zu, dass ich kein Zeitzeuge bin, weil ich mit zarten 11 Jahren noch nicht beim Metal gelandet war, aber seit ich das besagte Album besitze, höre ich´s recht oft. Die Band hat sich dann dadurch ein Bein gestellt, dass das zweite Album "Unholier Than Thou" erst 1998 erschien, was für die Kontinuität der Karriere ja nun doch nicht so gut ist. War ebenfalls geil, mit etwas Death Metal-Beimischung. Das dritte Teil erscheint nun auch schon wieder 6 Jahre später, mit erneut leicht veränderter Mannschaft, wobei der Kern um die Gitarristen Steve Terror/Ken Hallman sowie Sänger Chris Bailey aber noch dabei ist. Was gibt´s zu höern? Noch ein bißchen mehr Death Metal in Form von gelegentlichen Blastbeats, ansonsten bleibt die Grundausrichtung die gleiche: komplexe, recht lange, aber trotzdem sehr eingängige Thrash Metal-Songs voller geiler Riffs und cool bollernder, zuweilen ziemlich untighter Schlagzeugarbeit. In der Tat spielt der neue Schlagzeuger manchmal deutlich mehr, als er eigentlich kann, das stört aber zumindest mich nicht, denn seine Ideen sind effektiv und hörenswert. Den deutlichsten Satz nach vorne hat allerdings der Sänger gemacht, denn seine Stimme ist deutlich facettenreicher als auf den beiden Platten davor und super aggressiv, wobei von kehligem Gebrüll bis zu Black Metal-Gekreische eine große Bandbreite abgedeckt wird. Definitiv einer der Hauptvorzüge der Platte, weil der Mann den meisten seiner Kollegen einfach klar überlegen ist. Die Texte sind natürlich wieder Metal-typisch, also relativ stumpf, blutrünstig und sinnleer (auf dem Backcover steht z.B. "Warriors of Satan tearing out your soul", aua aua), aber wenn man nur Bands mit guten Texten hören würde, wär unser aller Plattenregal wohl leider ziemlich leer und um einige geile Platten ärmer. Musikalisch sind unter den 8 Songs erfreulicher weise keine Ausfälle zu verzeichnen, die 46 ½ Minuten sind annähernd gleich gut, so dass man die Platte auch gerne ein paar Mal hintereinander hört. Der Sound ist irgendwo in der Mitte zwischen Oldschool und Moderne, schön fett und paßt damit hervorragend zur Mucke. Alles in allem ist "None Shall Defy" wohl die kultigere, "One Who Points To Death" aber für mich eindeutig die geilere Scheibe.

www.infernalmajesty.com

---Punkte: 9
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SCHROTTGRENZE - "Belladonna" (-

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 773
Das Cover der SCHROTTGRENZE-MCD „Belladonna“ ist ein schönes NIRVANA-„Remake“, in Anlehnung an „Bleach“ hat die Band genau so ein Negativ-Bandfoto raufgepackt und auch sonst das Design kopiert. Musikalisch wird aber nix kopiert und auch kein Grunge gezockt, SCHROTTGRENZE spielen Punkrock mit sehr fitter Gitarrenarbeit. Die Band rockt meist treibend los, die Gitarren (die vom Mix her räumlich getrennt werden, also jeweils aus einer Box kommen und sich toll ergänzen) packen einige Klassemelodien drauf. Verwiesen sei nur mal auf den Titelsong, sehr schön! Der Gesang klingt mir etwas zu harmlos, ist halt so’n klarer melancholischer Gesang in Richtung Hamburger Schule. Das ist Geschmackssache, aber fest steht, dass alle Songs ziemliche Ohrwürmer sind und zugleich ordentlich rocken. Die Texte sind auf Deutsch und „sehr weise“, wie die Band selbst beim Live-Bonus „Auf der chinesischen Mauer“ sagt, he he. Nein, das hört sich jetzt schlimmer an, als es ist: „Ich hab gegessen, was man mir gab. Ich hab getrunken, was man mir gab. Ich hab geraucht, was man mir gab. Doch wenn die Angst kam, war dann leider nichts mehr da“ heißt es in „Hellwach“ – ja, durchaus anregend. Übrigens gibt’s die Scheibe auch als Vinyl-12“ bei Radio-Blast. ---Punkte: 7
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SCORNAGE - "Sick Of Being Huma-

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 789
Da die meisten Dremu-Leser Kieler UND eifrige Meieristen sind, sollten SCORNAGE noch von ihrer 2001er Show in der Meierei mit TERROR SQUAD und BONEHOUSE in bester Erinnerung sein. Da hatten die Jungs einen Aushilfssänger dabei, denn vom ursprünglichen Shouter hatte man sich gerade getrennt. Nun ist das Line-Up wieder komplett und der neue Schmetterkopp hat ein schön raues, tiefes Organ, das gut zum kraftvollen Thrash Metal der Band passt und mich ein wenig an einen dunkleren Mille erinnert (also, von der Stimmfärbung her, ne). Das ist die erste gute Nachricht. Die zweite ist, dass SCORNAGE sich seit „Ascend“ in Sachen Songwriting gewaltig gesteigert haben. Die Thrash-Granaten werden schön straight abgefeuert, sind vom ersten bis zum letzten Song bangkompatibel. Die Jungs sind zwar spieltechnisch fit, wollen uns jedoch angenehmerweise nicht beweisen, wie viele Breaks sie in einem Song reinpacken können. Nee,. Da sind geile stampfende Rhythmen am Start sowie Killerriffs en masse (ich nenn mal den Titelsong als Beispiel). Herrlich old schoolig kommt „Over And Out“, wo Sänger Guido Grawe grölt „Warfare – Atomic Warfare“ und man sofort mitbrüllen möchte. Insgesamt ein feines Thrash-Album und ich füge ausdrücklich hinzu, dass ich hier keine Kumpel-Rezi schreib, weil wir mal mit den Jungs gezockt haben – logisch eigentlich, das wird’s hier NIE geben. ---Punkte: 8
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CRISIS - Like Sheep Led To Sla-

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Kategorie: Tonträger Reviews
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010 00:00
Geschrieben von Matt
Zugriffe: 726

Juhu, sie sind wieder da. Eine meiner absoluten Lieblings-Kaputten-Combos hat sich nochmal zusammengerauft und ne neue Platte gemacht. Und was für eine. Eigentlich hat sich stilistisch nicht allzuviel verändert, nach wie vor gibt´s einen Mix aus Metal und Hardcore mit der üblichen Psycho-Vollmacken-Kante, die durch die zum Teil echt schrägen Riffs und vor allem natürlich den Gesang von Karyn Crisis entsteht. Der deckt absolut alles ab, was man mit einer menschlichen Stimme so machen kann und auch ein paar Sachen, die eigentlich nicht gehen dürften. Sie kreischt, keift, brüllt, grunzt, flüstert und singt dazwischen immer wieder die geilsten düsteren Melodien rein. Das Ganze kommt wie immer sehr, äh, extrovertiert rüber, was dazu führt, dass die meisten mit dem zugegeben hohen Nervpotential der Sängerin überfordert sind. Meine Freundin attestierte der Band zum Beispiel, sie sei das schlimmste, was ich an Krach besitze. Wer allerdings auf den Gesang klarkommt, dem steht mit der Platte eine ereignisreiche Dreiviertelstunde bevor. Wurde auf den ersten Platten der Psychofaktor der Stimme ganz gern mal zum Selbstzweck, so wird auf dem neuen Album zum ersten Mal wirklich durchweg songdienlich damit umgegangen. Das macht die Chose kein Stück weniger durchgeknallt, aber öfter hörbar (bei mir seit drei Tagen durchgehend). Die 12 Songs variieren zwischen schleppend und Midtempo, sind teilweise recht komplex, es passiert sehr viel, und enthalten zahlreiche wirklich geile Riffs. Getragen wird´s natürlich hauptsächlich von der Sängerin, die hier ihre düsteren Visionen über eine kaputte Gesellschaft in die Welt schreit. Dazu kommt noch, dass der neue Schlagzeuger echt ne Rakete ist, er spielt sehr viel und zaubert geile Sachen hin. Die Band spielt außerdem gut zusammen und der Sound von Billy Anderson (Neurosis, Ratos de Porao, Charger etc.) kommt schön fett, natürlich und furztrocken rüber. Gut, dass sie wieder da sind und auch gleich ihre mit Abstand beste Platte rausgetan haben.

www.CrisisSite.com

---Punkte: 10
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